Marienkäfer – Nützlinge im Garten

Vom Blattlauslöwen zum Glückskäfer – wie der Marienkäfer im Garten punktet

Marienkäfer sind beliebt und gelten als Glücksbringer. Tatsächlich bringen sie Glück, ganz besonders im Garten. Im Frühling, wenn sich Blattläuse rasend schnell vermehren, sind Marienkäfer oft die ersten, die es mit den Schädlingen aufnehmen.

Eine Marienkäferlarve vertilgt hunderte von Blattläusen bis zur Verpuppung. Es lohnt sich, die nützlichen Gartenbewohner schon im Frühjahr mit blühenden einheimischen Pflanzen anzulocken. So sind die Weibchen in den Startlöchern zum Eierlegen, wenn die ersten Blattläuse auftauchen.

Krabbelt ein Marienkäfer auf der Nase herum, ist das ein gutes Zeichen. Marienkäfer sind ein Zeichen für einen gesunden Garten.

Kaum eine Käferfamilie weckt bei uns Menschen so viele Sympathien wie die Marienkäfer. Wir schätzen sie als Nützlinge, denn die meisten Arten vertilgen als Larve und als Käfer dutzende Blatt- oder Schildläuse am Tag. Einzelne Marienkäferarten fressen zwar Blätter und ein besonderer Spezialist nagt Pilzrasen von Mehltau ab. In unseren Gärten am häufigsten anzutreffen sind jedoch der Zweipunkt-, der Siebenpunkt- und der Asiatische Marienkäfer, allesamt Blattlausjäger.

Blattläuse an den Pflanzen sind für alle GärtnerInnen ein Ärgernis. Die Blattsauger vermehren sich rasend schnell und werden wegen ihres süssen Sekrets von Ameisen gehätschelt und verteidigt. Umso schöner zu wissen, dass auch Blattläuse nur Teil der Nahrungskette im Garten sind und zahlreiche Fressfeinde haben. Die Marienkäferlarve, wie auch der adulte Käfer ernähren sich beinahe ausschliesslich von den lästigen, klebrigen Plagegeistern und helfen so biologisch und naturnah, die Blattlauskolonien unter Kontrolle zu halten.

Wer hat die meisten Punkte?

Es gibt nicht einfach den Marienkäfer, sondern rund 100 verschiedene Arten über den Globus verbreitet. Typisch für die meisten Marienkäfer ist die Anzahl Punkte auf ihren Deckflügeln. Einige tragen ihre Punktezahl sogar stolz im Namen: vom bescheidenen Zweipunkt- über den berühmten Siebenpunkt-Marienkäfer bis zum 22-Punkt. Wer glaubt, er könne einfach die Punkte auf dem Rücken der Käfer zählen und wisse dann Bescheid, täuscht sich allerdings. Der Zweipunkt beispielsweise kommt nur im Winter als roter Käfer mit zwei schwarzen Punkten daher. Im Sommer ist er häufiger in schwarz mit zwei bis vier roten Flecken anzutreffen. Farbvariationen kennt auch der Asiatische Marienkäfer, dessen Grundfarbe von hellgelb über orange bis rot variiert. Seine oft 19 Punkte können dabei so gross werden, dass die Grundfarbe schwarz erscheint mit ein paar rötlichen Flecken. Anderen wiederum fehlen die Flecken ganz und sie sind einfach rot.

Es gibt verschiedene Marienkäferarten mit unterschiedlich vielen Punkten auf dem Panzer.

Der gelb grundierte 22-Punkt-Marienkäfer mit exakt 11 Punkten auf jeder Flügeldecke ist nicht nur in Sachen zuverlässiger Färbung ein Spezialfall. Er macht sich nützlich, indem er den Pilzrasen auf den Blättern mehltaubefallener Pflanzen abnagt.

Den zweigepunkteten Marienkäfer gibt es sowohl in rot als auch in schwarz. Sie unterscheiden sich aber nur farblich.

Der Zweipunkt-Marienkäfer tritt im Winter und Frühjahr eher in seiner roten Form mit zwei schwarzen Punkten auf. Im Sommer ist die dunkle Form häufiger.

Marienkäfer versus Blattläuse: Das grosse Ringen im Frühling

Ganz egal, wie viele Punkte den Marienkäfer zieren: Wunderbare «Biowaffen» im Kampf gegen Blattläuse sind sie alle. Wenn Blattlauspopulationen im Frühling förmlich explodieren, kommen auch Marienkäfer rasch in Fahrt. Nach einem langen Winter, den die Käfer in Ritzen versteckt froststarr überdauert haben, brauchen sie als erstes ordentlich Futter. Da kommen die Frühblüher mit ihrem nahrhaften Pollen gerade recht. Auch die ersten Blattläuse verspeist der kleine Käfer noch selbst.

Angekurbelt durch das eiweissreiche Futter reifen im Weibchen rasch Eier heran. Die länglich-ovalen, orange-gelben Eier klebt es in Gelegen zu etwa 10–30 Eiern auf der Blattunterseite direkt neben den Blattläusen ab. Frisch geschlüpfte Marienkäferlarven taumeln der Welt blind entgegen.

Wie gut, dass sie nicht weit krabbeln müssen, bis sie zufällig mit einer Blattlaus kollidieren. Das Opfer wird sogleich angestochen und genüsslich ausgesogen. Fressende Larven helfen ihren Geschwistern bei der Futtersuche, indem sie einen Lockduft absondern, der den Weg zu den Blattläusen weist. Um die 400 Blattläuse verzehrt eine Marienkäferlarve während ihrer rund 20-tägigen Entwicklungszeit.

Schematischer Lebenszyklus der Grossen Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae)

Die Lebenszyklen anderer Blattlausarten können davon abweichen. Es gibt beispielsweise Arten, die keine geschlechtlichen Generationen mehr ausbilden und sich ausschliesslich über Parthenogenese (Jungfernzeugung) vermehren.

Winter: Marien­käfer überwintern als aus­gewachsene Käfer, versteckt in Ritzen und Spalten. Von den Blattläusen hingegen überwintern meist nur die robusten Eier. Frühjahr: Ab Temperaturen von 10 °C kommen die Marienkäfer aus dem Winterversteck und suchen Blüten, um Pollen zu fressen. Sobald die Rosen zu treiben beginnen, schlüpfen die ersten Grossen Rosenblattläuse aus den Eiern.
Frühling I: Die geschlüpften Blattläuse zapfen die Saftbahnen der Rosen an und schaffen damit Eintrittspforten für Schaderreger. Sobald die Marienkäfer erste Blattläuse entdecken, machen sie sich hungrig über sie her. Frühling II: Während die Marien­käfer sich paaren und Eier legen, «gebären» die Blattläuse ohne vorangehende Paarung fertige Jungtiere. Es gibt keine Männchen, alle sind Weibchen und kriegen Nachkommen.
Frühling III: Aus den Eiern der Marienkäfer schlüpfen Larven, die sich fast ausschliesslich von Blattläusen ernähren. Damit stoppen sie die rasante Vermehrung der Blattläuse. Frühsommer: Wäh­rend der Puppenruhe der Marienkäfer «gebären» die verbliebenen Blattläuse weiterhin Junge und die Blattlausbestände erholen sich wieder etwas.
Sommer I: Aus den Puppen schlüpft die erste Generation Marienkäfer. Auch diese Käfer ernähren sich von Blattläusen. Sommer II: Die neue Generation der Marienkäfer paart sich und legt Eier. Die Blattläuse «gebären» weiterhin Jungtiere, ohne sich zu paaren. Es können nun auch geflügelte Weibchen auftreten, welche die Rosen verlassen und andere Wirtspflanzen aufsuchen, wie Stechpalmen, Baldrian, Skabiosen oder Witwenblumen.
Spätsommer: Aus den Eiern der Marienkäfer schlüpfen Larven, die sich fast ausschliesslich von Blattläusen ernähren und sie täglich zu Dutzenden vertilgen. Frühherbst: Wäh­rend der Puppenruhe der Marienkäfer «gebären» die verbliebenen Blattläuse weiterhin Junge. Diese wachsen nun zu Männchen und Weibchen heran.
Herbst: Die geschlechtliche Generation der Blattläuse trägt Flügel. Sie paaren sich und die Weibchen legen Eier zur Überwinterung auf Rosen. Die Marienkäfer ziehen sich ins Winterversteck zurück. Winter: Marienkäfer überwintern als ausgewachsene Käfer, versteckt in Ritzen und Spalten. Von den Blattläusen hingegen überwintern meist nur die robusten Eier.

Von null auf hundert auf tausend:
die Vermehrung der Blattläuse

Um ihren Fressfeinden immer einen Schritt voraus zu sein, haben Blattläuse eine faszinierende Strategie entwickelt. Anstatt sich aufwändig zu paaren und Eier zu legen, können sie sich im Frühling selbst klonen. Jungfernzeugung oder Parthenogenese heisst die Fähigkeit, sich ohne Männchen fortzupflanzen.

Hinzu kommt ein weiteres Talent: Blattläuse legen keine Eier, sondern «gebären» fertige Jungtiere. Diese Eigenschaft nennt sich Viviparie. Dank Jungfernzeugung und Viviparie trägt eine Blattlaus Junge in sich, die ihrerseits Kinder im Bauch haben. Oder anders gesagt, Blattläuse tragen schon ihre Enkelinnen im Bauch.

Im Frühling setzen diese kleinen «Gebärmaschinen» laufend genetisch identische Mini-Blattläuse hinter sich aufs Blatt. Rund 100 Nachkommen in drei Wochen schafft ein Weibchen auf diese Weise.

Wenn man bedenkt, dass so ein Winzling innerhalb von zwei Wochen selbst gebärfähig wird, versteht man, dass aus ein paar wenigen Blattläusen in kurzer Zeit tausende werden. Nun sind unsere Marienkäferlarven gefordert!

Ist aufgeräumt, werden Marienkäfer kannibalisch

Das grandiose Drama vom Fressen-und-gefressen-Werden spielt sich alljährlich im Frühling ab, wobei das Wetter eine grosse Rolle spielt. Ist das Frühjahr regenreich, schiesst beim Austrieb der Pflanzen Saft in Hülle und Fülle in die jungen Triebe. Die Blattlaus, die als Ei auf einem Zweig überwintert hat und nun durstig schlüpft, zapft die Saftbahn des zarten Sprosses ungeniert an. Durch den reichhaltigen Pflanzensaft reift sie rasch zum gebärfähigen Weibchen heran.

Folgt in diesem Moment eine sonnig-warme Phase, kennen die Blattläuse kein Halten mehr. Die Wärme beschleunigt sämtliche Lebensfunktionen und sie ermöglicht in immer schnellerem Tempo die Entstehung junger Blattläuse. Zudem beginnt auch die zweite Generation, sich zu vermehren und bald entstehen die berühmt-berüchtigten Blattlauskolonien mit mehreren hundert Blattläusen. Durch ihre Saugtätigkeit können sie die Triebe so stark beschädigen, dass sich die Blätter einrollen. Für Marienkäferlarven sind solche Kolonien ein Schlaraffenland.

Doch nicht jeder Frühling hält Futter in Hülle und Fülle bereit. Ein kalter, trockener Frühling oder ein Wetterumschwung im falschen Moment können das Futter für die Marienkäfer knapp werden lassen. Hat es nur wenig Blattläuse, ist auf der Pflanze schnell aufgeräumt. In dieser Situation schrecken die Larven nicht davor zurück, ihre Artgenossen zu verspeisen, seien das schwächere Larven oder wehrlose Eier.

Marienkäfer fressen gerne Blattläuse. Ameisen verteidigen jedoch die Läuse.

Ameisen beschützen Blattläuse

Wer solch gefrässige Feinde wie die Marienkäfer hat, muss sich etwas einfallen lassen: Blattläuse holen Verstärkung bei den Ameisen. Diese kommen gern in Scharen angekrabbelt, um Honigtau zu saugen. Diesen zuckerhaltigen Saft scheiden Blattläuse über zwei separate Hinterleibsröhrchen aus.

Für Blattläuse ist Zucker ein Abfallprodukt, denn der Pflanzensaft, den sie beständig saugen, ist viel zu süss und wässrig. Sie filtern daher die für sie interessanten Nährstoffe und Aminosäuren heraus.

Der Überschuss an Wasser und Zucker muss weg. Die Ameisen haben verständlicherweise keine Freude, wenn ihre Sirup-Bar durch gefrässige Marienkäferlarven bedroht wird und schubsen die Larven unzimperlich vom Stängel.

Übrigens: Manchmal tropft Honigtau auf die darunter liegenden Blätter und lockt Wespen an. Auch Russtaupilze besiedeln gern die zuckersaftbesudelten Blätter und verfärben sie schwarz.

Für GärtnerInnen sind klebrige, russtaugeschwärzte Blätter und von Wespen umschwärmte Pflanzen ein eindeutiges Signal, dass Blattläuse am Werk sind.

Marienkäfer schrecken ihre Gegenspieler mit Gift und Warnfarben ab

Neben ihren eigenen Artgenossen können auch die Larven anderer Marienkäferarten zur Bedrohung werden. Entweder indirekt durch Nahrungskonkurrenz oder direkt durch Fressen. Gerade der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis), eine aus Asien eingeschleppte und sich bei uns invasiv verbreitende Art, gilt als Bedrohung. Seine Larven sind grösser als jene der einheimischen Arten und so schnappen sie den Kleineren oft die Läuse weg. Bei Gelegenheit fressen sie direkt die Eier und Larven einheimischer Marienkäferarten.

Vögel, Libellen, Eidechsen und andere Insektenliebhaber führen Marienkäfer ebenfalls auf dem Speiseplan. Dagegen versuchen sich die Marienkäfer auf zwei Arten zu schützen: Ihre gelb-rote Färbung mit schwarzen Punkten signalisiert im Tierreich Giftigkeit und soll Feinde «von blossem Auge» abschrecken. Zudem können sie im Körper giftige Stoffe (Alkaloide) produzieren, die bitter schmecken. Da lässt manche Meise beim zweiten Mal lieber den Schnabel davon.

Gegen Parasiten wie Erz- und Schlupfwespen, die ihre Eier in die Eier oder Larven der Marienkäfer legen und den werdenden Marienkäfer von innen auffressen, nützen die Warnfarben nichts. Auch stark schwankende Temperaturen sind für Marienkäfer im Winter problematisch. Wird es im Versteck zu warm, aktiviert sich der Stoffwechsel und der Käfer verbraucht Energie, die er nicht ersetzen kann. In der Natur wird der kleine Zweipunkt meist nicht älter als ein bis zwei Jahre. Der deutlich grössere Asiatische Marienkäfer hingegen kann sogar drei Jahre alt werden.

Tipps, um Marienkäfer in den Garten zu locken und sie zu fördern

Marienkäfer machen sich im Garten unbestritten nützlich. Neben Blattläusen lieben sie Schildläuse und helfen dadurch bei der Regulierung eines weiteren Schädlings. Wer Marienkäfer im Garten fördern möchte, bietet ihnen durchs ganze Jahr Unterstützung.

Frühling & Sommer

  • Pollen für die überwinternden Käfer anbieten: Löwenzahn, Gänseblümchen & Co. im Frühjahr blühen lassen, statt sie zu jäten oder mit dem Rasenmäher zu köpfen.
  • Nicht alle frühen Blattläuse mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen, nur Lieblingspflanzen schützen. Die ersten Blattlauskolonien bilden die Grundlage für die Vermehrung der Marienkäfer und weiterer Nützlinge wie Florfliegen, Schwebfliegen und Ohrwürmer. Die ganze Vegetationsperiode über ein ständiges Blütenangebot mit beispielsweise Klatschmohn, Wilden Rüebli, Senf oder Pflanzen aus untenstehender Liste bereitstellen. Einheimische «Unkräuter», Blumen, Stauden und Sträucher eignen sich besonders gut.
  • Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse höchstens da einsetzen, wo die Pflanze zu arg strapaziert wird und weder Larven noch Eier der Marienkäfer gefunden werden.
  • Besser als Insektizide zu spritzen, ist es, gezielt Nützlinge wie Marienkäfer- oder Florfliegenlarven auszusetzen.
  • Ausgesetzte oder natürlich vorkommende Marienkäferlarven auf Bäumen mit einer Leimbarriere vor Ameisen schützen.

Herbst & Winter

  • Winterverstecke für die Marienkäfer der zweiten Generation anbieten. Geeignet sind beispielsweise enge Ritzen und Spalten in rissiger Baumrinde, in altem Mauerwerk und zwischen den Latten von Holzschuppen.
  • Ersatzweise können auch Insektenhotels angeboten werden. Für eine bessere Sichtbarkeit eignen sich Hotels mit rot angemalter Front.

Ob man gezielt Blühstreifen mit einer grossen Vielfalt nützlingsfreundlicher Pflanzen ansät oder lieber hie und da einen Strauch pflanzt, ein paar einheimische Stauden ins Blumenbeet integriert und «Unkräuter» blühen lässt, ist Geschmackssache.

Für den Marienkäfer ist nur entscheidend, dass ständig Blüten mit proteinreichen Pollen verfügbar sind. Damit können die Käfer blattlausarme Zeiten überbrücken.

Die folgenden Pflanzen sind sowohl bei Marienkäfern als auch in der Kräuter- und Teeküche begehrt. Wenn man sie mit Marienkäfern teilen will, sollte man sie so lang wie möglich blühen lassen und nie alle Blüten ernten.

  • Küchenkräuter: Dill, Gewürzfenchel, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Schnittlauch
  • Teekräuter: Kamille, Minze, Ringelblume, Schafgarbe
  • Bäume und Sträucher: Schwarzer Holunder, Linden (weniger aufgrund der Blüten, sondern weil sie fast ständig Blattläuse haben)

Das beste Mittel gegen einen Blattlausbefall:
Marienkäferlarven aussetzen

Weil sich Blattläuse bei günstigen Bedingungen im Frühling rasend schnell vermehren, kommen die bereits im Garten ansässigen Marienkäfer oft nicht mehr hinterher mit Fressen. Jetzt hilft nur noch Verstärkung von aussen: Marienkäferlarven kann man gezielt auf Pflanzen mit Blattläusen aussetzen.

In geschlossenen Gewächshäusern und Wintergärten oder bei verstreutem Blattlausbefall im Garten können die mobileren adulten Käfer ausgesetzt werden. Aber Achtung: Diese fliegen gern weg, wenn es ihnen im Garten nicht gefällt.

Gegenüber herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln haben Nützlinge wie Marienkäfer und Marienkäferlarven entscheidende Vorteile zu bieten. Sie sind:

  • spezifisch wirksam
  • natürlich und hinterlassen keine Rückstände
  • unschädlich für Bienen und weitere Nützlinge
  • keine Gefahr für Haustiere, Menschen und die Umwelt
  • ein spannendes Naturerlebnis (beobachten und/oder ausbringen)
  • flexibel und erreichen unzugängliche Stellen (grosse Apfelbäume, eingerollte Blätter)

Checkliste zum Ausbringen der Marienkäfer und Marienkäferlarven

  • Sobald die Larven oder Käfer per Post eingetroffen sind, aus dem Briefkasten nehmen
  • An milden, bedeckten Tagen sofort aussetzen
  • Bei Starkregen, Sturm oder strahlendem Sonnenschein die Tiere vorerst im Kühlschrank lagern, bis das Wetter bessert oder bis zur Dämmerung
  • Adulte Käfer mit einem feinen Pinsel gezielt neben den Blattlausbefall auf die Pflanze setzen
  • Larven samt den Hobelspänen, in denen sie angeliefert werden, auf mehrere Stück feuchtes Haushaltspapier verteilen
  • Haushaltspapier leicht zerknüllt möglichst nah an den befallenen Trieben in eine Blattachsel klemmen (so dass die hungrigen Larven nicht lange suchen müssen, um Blattläuse zu finden)
  • Marienkäferlarven vor Ameisen schützen. Ameisenbarriere mit Malerklebeband und Insektenleim (an Obstbäumen) erstellen. Bei mehrtriebigen Pflanzen (Rosen) Kieselgur auf dem Boden rund um die Triebe ausbringen.

Vorsicht mit Pflanzenschutzmitteln und Marienkäfern

Wer den Blattlausbefall erst spät entdeckt, wenn die Blätter sich bereits einrollen und die Triebe verformen, muss befürchten, dass die Pflanzen Schaden nehmen.

Jetzt ist ein Erste-Hilfe-Programm angesagt. Mit offiziell zugelassenen biologischen Pflanzenschutzmitteln können die Blattläuse rasch etwas dezimiert werden.

Allerdings sind die Mittel im direkten Kontakt auch für die Marienkäferlarven problematisch. Sie sollten daher nur zur Anwendung kommen, wenn keine Nützlinge auf der Pflanze gesichtet werden und in jedem Fall, bevor man Nützlinge ausbringt.

Da biologische Pflanzenschutzmittel keine giftigen Rückstände hinterlassen, darf man die Marienkäferlarven aussetzen, sobald die Pflanze vollständig abgetrocknet ist.

Nun räumen die Marienkäferlarven nach Herzenslust mit den Blattläusen auf. Dabei verfolgen sie ihre Beute bis in Schlupfwinkel hinein, welche man beim Spritzen nicht erreichen kann.

Welche Lieblingsblume hat der Marienkäfer in Ihrem Garten? Und auf welchen Pflanzen hilft er Ihnen, die Blattläuse zu regulieren? Wir freuen uns auf Berichte Ihrer persönlichen Marienkäferbegegnungen mit Bildern oder Videos auf bewild(at)biogarten.ch.

Andermatt Biogarten - Die Autor:innen unserer Gartenthemen stellen sich vor - FrKa

Franziska fasziniert fast alles, was kreucht und fleucht. Die Nützlinge im Garten mag sie besonders, da sie ihr viel Arbeit abnehmen und helfen, den Garten gesund zu halten. 

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