Selbstversorgung – Ernte, Lagerung & Vorrat

Vom Beet in den Keller

Nach dem Planen, Säen, Pflegen und Schützen kommt jetzt der Teil, auf den man die ganze Saison hingearbeitet hat. Es wird geerntet. Tomaten, die nach Sommer schmecken. Kräuter, die schon beim Abzupfen duften. Zucchetti, die schneller wachsen, als man sie essen kann. Und irgendwann steht man mit vollen Körben in der Küche und fragt sich, wohin mit der ganzen Gartenernte?

In dieser Episode geht es um den leckersten Teil des Gärtnerns. Und um das Wissen, das den Unterschied macht zwischen «schnell verbraucht» und «den ganzen Winter davon zehren». Selbstversorgung heisst nämlich nicht, dass man ein Augustwochenende lang einkocht, bis der Keller voller Gläser steht. Meistens reicht es, den richtigen Erntezeitpunkt zu kennen, das Gemüse an den passenden Ort zu stellen und ein bisschen zu tricksen.

Bunte Gartenernte im Korb aus dem Selbstversorgergarten | © Andermatt Biogarten AG
Radieschen im Erntekorb | © Andermatt Biogarten AG

Wann ist es soweit? Erntereife erkennen

Der Erntezeitpunkt entscheidet über Geschmack, Nährstoffe und Lagerfähigkeit. 

Wer zu früh erntet, verschenkt Aroma. Wer zu spät kommt, hat Gemüse, das sich nicht mehr lagern lässt. Trifft man den Moment, hat man mit weniger Aufwand mehr davon, und zwar länger.

Profi muss man dafür keiner sein. Vieles verrät einem die Garten-WG von selbst. Die Amseln wissen ziemlich genau, wann Holunder und Aronia so weit sind, und sie sind meist schneller, als man selbst und einem lieb ist – Mundraubalarm. ;-)

An Schlehen und Hagebutten dagegen sieht man sie kaum vor dem Spätherbst. Die werden nämlich erst nach dem Frost mild, weil die Gerbstoffe abgebaut werden und die Frucht weich wird. Wer nicht auf den Frost warten will, legt die Beeren eine Nacht in den Tiefkühler. Der Effekt ist derselbe. 

Wann ist Gemüse erntereif?

Knoblauch frisch geputzt mit Knoblauchzehen | © Andermatt Biogarten AG
  • Zucchetti erntet man klein. 15 bis 20 Zentimeter sind ideal. Die kleinen sind den grossen geschmacklich haushoch überlegen, und die Pflanze produziert munter weiter. Wer im Urlaub war und danach eine Riesenzucchetti unter den Blättern findet, weiss Bescheid. Beeindruckend ja, kulinarisch eher nicht – das ist dann der Moment, wo man diese Riesenkeulen aushöhlt, eine leckere Füllung kreiert und mit Käse oder einer Kräuter-Nuss-Pesto verfeinert.
  • Tomaten lässt man an der Pflanze ausreifen. Der Unterschied zwischen einer sonnengereiften und einer nachgereiften Tomate ist wie der zwischen einem Live-Konzert und einem Handyvideo davon. Ausnahme: Gegen Saisonende dürfen grüne Tomaten ins Haus – sie reifen auf der Fensterbank nach, wenn man einen Apfel dazulegt. Warum das funktioniert, wird beim Ethylen erklärt. Es gibt übrigens auch leckere Rezepte, was man mit grünen Tomaten in der Küche kredenzen kann.
  • Auberginen verraten sich über die Schale. Sie glänzt gleichmässig und hat die sortentypische Farbe erreicht. Wird sie stumpf oder runzelig, ist man zu spät dran. Sicherheit gibt die Daumenprobe. Gibt das Fruchtfleisch unter der Schale kaum nach, ist die Frucht noch unreif. Gibt es leicht nach und federt sofort zurück, stimmt der Zeitpunkt. Bleibt die Delle stehen, war es das. Ein Zentimetermass gibt es nicht, die Sorten reichen von sieben bis über zwanzig Zentimeter. Geschnitten wird mit der Schere, denn die Frucht sitzt meist bockfest am Trieb, und beim Ziehen reisst man den halben Ast mit.
  • Kefen sind die Ungeduldigen im Beet. Geerntet wird, solange die Hülsen flach, frischgrün und leicht durchscheinend sind und sich die Erbsen darin gerade erst abzeichnen. Das ist etwa fünf bis sieben Tage nach der Blüte. Wartet man länger, wird die Hülse zäh und faserig. Alle zwei bis drei Tage durchgehen lohnt sich doppelt, denn regelmässiges Ernten bringt die Pflanze dazu, weiter anzusetzen. Und dann bitte schnell in die Küche. Kefen wandeln ihren Zucker innerhalb ein bis zwei Tagen in Stärke um. Genau deshalb schmecken selbst gezogene so viel besser als gekaufte. Wer sie aufheben will, blanchiert sie kurz und friert sie ein.
  • Bei Peperoni hat man die Wahl. Grün geerntet sind sie milder, und die Pflanze setzt schneller neue Früchte an. Wer sie ausfärben lässt, bis sie rot, gelb oder orange sind, bekommt süssere Früchte mit mehr Vitamin C. Bei Chili steigt zugleich die Schärfe. Reif sind sie, wenn die sortentypische Farbe durchgehend erreicht ist und die Schale glänzt. Auch hier schneiden statt ziehen, die Triebe brechen sonst weg.
  • Kürbis ist reif, wenn der Stiel verholzt ist und beim Klopfen ein hohler Ton erklingt. Die Schale sollte fest und mit dem Fingernagel nicht mehr einritzbar sein. Wichtig: Beim Ernten immer ein Stück Stiel dran lassen – ohne Stiel fault er schneller.
  • Karotten und Wurzelgemüse sind unter der Erde schwieriger einzuschätzen. Als Faustregel gilt: Wenn die Schultern (der obere Teil der Rübe) sichtbar aus der Erde ragen, sind sie in der Regel erntereif. Eine Testkarotte ziehen gibt Klarheit. Lagerkarotten (späte Sorten) lässt man möglichst lange im Boden – sie werden mit der Zeit süsser und lagerfähiger.
  • Kartoffeln sind erntereif, wenn das Kraut welkt und abstirbt. Für Lagerkartoffeln: Nach dem Absterben des Krauts noch zwei bis drei Wochen im Boden lassen. Das härtet die Schale aus und macht sie robuster für die Lagerung.
  • Kohl verträgt leichte Fröste sogar gut – sie machen ihn milder und süsser. Kopfkohl ist erntereif, wenn sich die Köpfe fest anfühlen. Nicht zu lange warten, sonst platzen sie auf.
  • Zwiebeln und Knoblauch signalisieren ihre Erntereife, indem das Laub umknickt und gelb wird. Dann ist der Zeitpunkt da – aber erst der Anfang des Prozesses. Dazu gleich mehr im Abschnitt übers Lagern.

Obst – pflückreif ist nicht gleich genussreif

Beim Obst gibt es einen Unterschied, den viele nicht kennen. Pflückreife und Genussreife sind zwei verschiedene Dinge.

Manche Früchte schmecken direkt vom Baum am besten. Andere brauchen Wochen im Keller, bis sie überhaupt gut sind.

Pflückreife Feige mit Blatt | © Andermatt Biogarten AG

Dahinter steckt eine einzige Unterscheidung, und die gilt für den ganzen Garten. Manche Früchte reifen nach der Ernte weiter, andere nicht. Äpfel, Birnen, Quitten, Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche, Kaki und Tomaten gehören zur ersten Gruppe. Sie legen nach dem Pflücken einen Ethylenschub hin, werden weicher und aromatischer, und die Lageräpfel obendrein süsser.

Kirschen, Beeren, Trauben und Granatäpfel gehören zur zweiten Gruppe. Was diese Früchte bei der Ernte nicht mitbringen, bekommen sie nie mehr. Für sie gilt nur eine Regel. Vollreif pflücken oder bleiben lassen.

  • Äpfel zeigen das am schönsten. Sommeräpfel wie Klarapfel oder Gravensteiner pflückt man und isst sie. Lagern lassen sie sich kaum. Winteräpfel wie Boskoop, Topaz, Cox Orange oder Goldparmäne schmecken frisch vom Baum herb und sauer. Erst im kühlen Lager wandelt sich Stärke in Fruchtzucker um, das Aroma entwickelt sich, und aus dem herben Apfel wird der, für den man den Baum gepflanzt hat. Wer im Oktober enttäuscht in einen Boskoop beisst, hat nichts falsch gemacht. Er braucht einfach noch bis November oder Dezember.
  • Birnen pflückt man lieber leicht unreif und lässt sie nachreifen. Wartet man zu lange, sind sie innen teigig, obwohl sie aussen noch tadellos aussehen. Der Kipp-Test funktioniert auch bei ihnen.
  • Quitten kommen spät dran, oft erst im Oktober oder November, vor dem ersten starken Frost. Roh sind die meisten Sorten nichts. Als Gelee, Kompott oder Quittenbrot entfalten sie dafür ein Aroma, das sonst nichts im Garten hinbekommt.
  • Zwetschgen und Pflaumen erkennt man weniger an der Farbe als am Duftfilm. Diese weissliche Bereifung ist ein natürlicher Wachsschutz und zeigt, dass die Frucht unberührt ist. Abwischen sollte man sie nicht, sie schützt vor dem Austrocknen, genau wie die Erdschicht beim Lagergemüse. Reif ist die Frucht, wenn sie auf leichten Druck nachgibt und sich der Stiel ohne Ziehen löst. Bei Zwetschgen löst sich zusätzlich der Stein vom Fruchtfleisch. Ein Baum trägt nicht alles gleichzeitig reif. Die Früchte kommen über zwei bis drei Wochen verteilt, man geht den Baum mehrmals durch, statt ihn einmal komplett abzuräumen.
  • Kirschen gehören zu denen, die nicht nachreifen. Sie müssen vollreif vom Baum, sonst werden sie nie besser. Gepflückt wird immer mit Stiel, denn ohne ihn verliert die Frucht Saft und fault innerhalb Tagen. Nach Regen lässt man sie abtrocknen, nass geerntete Kirschen schimmeln schnell.
  • Aprikosen und Pfirsiche verraten sich über die Nase. Duften sie am Stielansatz, sind sie so weit, und das Fruchtfleisch rund um den Stiel gibt dann leicht nach. Das Fenster ist kurz. Ein, zwei Tage machen hier den Unterschied zwischen perfekt und mehlig.
  • Kaki ist ein Fall für sich, und zwar sortenabhängig. Adstringierende Sorten wie 'Tipo' oder 'Rojo Brillante' müssen vollständig weich und fast geleeartig sein, sonst ziehen sie einem den Mund zusammen. Sorten vom Typ 'Sharon' oder 'Persimon' lassen sich auch fest essen. Geerntet wird vor dem ersten stärkeren Frost, oft hängen die Früchte dann schon am kahlen Baum. Zu feste Exemplare reifen im Beutel mit einem Apfel nach. Der schnellste Weg ist eine Nacht im Tiefkühler, denn der Frost baut die Gerbstoffe ab. Es ist derselbe Trick wie bei den Schlehen weiter oben.
  • Granatäpfel reifen nach dem Pflücken nicht mehr nach, man muss den Zeitpunkt treffen. Eine reife Frucht ist schwerer, als sie aussieht. Die Schale wird rau und fast holzig, und die Form verliert das Runde, weil die Kerne innen anschwellen und sie kantig machen. Der Blütenansatz am unteren Ende ist trocken und braun. Geschnitten wird mit der Schere, gerissen bricht der Ast. Wer zu lange wartet, findet aufgeplatzte Früchte, besonders nach Regen. Kühl bei etwa 10 Grad halten sie ein bis zwei Monate.
  • Bitterorangen sind der Sonderfall in diesem Kapitel, denn hier erntet man nicht für den direkten Genuss. Die kleinen, flaumig behaarten Früchte der winterharten Poncirus trifoliata sind so weit, wenn sie von Grün auf ein sattes Goldgelb umgeschlagen sind und der ganze Strauch nach Zitrus duftet. Das ist meist im Oktober. Roh schmecken sie bitter und stecken voller Kerne, giftig sind sie aber nicht. Ihr Platz ist die Konfitüre, der man einen kleinen Anteil beimischt, oder der Likör. Auch die Schale gibt Aroma her.
    Zwei Dinge sollte man wissen. Der Strauch ist bewehrt wie kaum ein anderer im Garten, ohne dicke Handschuhe kann's schmerzhaft werden. Und lagern lässt sich die Frucht praktisch nicht, nach wenigen Tagen gehört sie verarbeitet.
  • Feigen werden nach der Ernte nicht mehr süsser. Was zu früh vom Baum kommt, bleibt trocken und fad. Warten lohnt sich hier besonders, denn die Frucht schwillt kurz vor der Reife noch einmal deutlich an und nimmt innert weniger Tage ihre sortentypische Farbe an. Dann bekommt die Haut feine Risse, und die Feige gibt auf leichten Druck nach, ohne matschig zu sein. Ein zweites Zeichen ist der Milchsaft. Unreife Feigen enthalten davon reichlich, und er reizt Haut und Schleimhäute. Wer beim Abzupfen einen weissen Tropfen sieht, war zu schnell. Vollreife Feigen gehören innerhalb weniger Tage gegessen. Etwas festere halten im Kühlschrank ein paar Tage länger.

    Viele Sorten tragen zweimal. Die Frühfeigen sitzen am Holz des Vorjahres und reifen im Juli oder August, die Herbstfeigen am neuen Trieb ab August bis in den Oktober. In unserem Klima kommt oft nur einer der beiden Sätze vollständig zur Reife.
  • Weintrauben reifen nach der Ernte nicht nach. Und ausgerechnet hier täuscht die Farbe, denn die Beeren färben sich Wochen bevor sie süss sind. Der verlässlichste Test steckt im Innern. Zerdrückt man eine Beere, sind die Kerne bei unreifen Trauben grün oder cremeweiss und kleben am Fruchtfleisch. Bei reifen sind sie braun, verholzt und lösen sich leicht. Dazu verholzt das Stielgerüst und wird braun statt grün. Den Rest entscheidet der Geschmack. Schmeckt es säuerlich, wartet man noch ein bis zwei Wochen.

    Geerntet wird die ganze Traube mit der Schere, angefasst wird sie am Stiel. Der weissliche Duftfilm auf den Beeren ist wie bei den Zwetschgen ein natürlicher Schutz und bleibt, wo er ist. Beschädigte oder angefressene Beeren schneidet man sofort heraus, sonst greift die Fäulnis auf die ganze Traube über.

Ob ein Apfel pflückreif ist, verrät der Kipp-Test. Frucht am Baum um 90 Grad drehen. Löst sich der Stiel leicht vom Ast, kann man ernten. Muss man ziehen, braucht er noch. Der Stiel bleibt an der Frucht, ohne ihn fault der Apfel schneller. Und man beginnt oben auf der Sonnenseite, dort sind die Früchte zuerst so weit.

Dahinter steckt derselbe Mechanismus wie beim Tomatenpflücken. Reifende Früchte bilden am Stielansatz eine Trennschicht aus, eine Sollbruchstelle. Ausgerechnet das Ethylen, das die Frucht beim Reifen selbst produziert, aktiviert dort die Enzyme, welche die Zellverbindungen auflösen. Die Frucht reift und richtet gleichzeitig ihren eigenen Abgang ein. Bei der Tomate spürt man das als kleinen Knick am Stiel, der bei leichtem Daumendruck sauber bricht. Beim Apfel ist es der Kipp-Test. Und bei den Baumnüssen ist es der Grund, warum man nicht schütteln muss.

Beeren – wer zögert, hat verloren

Beeren sind die Sprinter unter den Erntefrüchten. Kurzes Fenster, schneller Genuss oder schnelle Verarbeitung.

Geerntete reife Beeren der sibirischen Blaubeere | © Andermatt Biogarten AG
  • Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren erntet man vollreif und am besten direkt in den Mund. Was übrig bleibt, friert man ein. Dafür die Beeren einzeln auf einem Blech vorfrieren und erst danach in den Beutel füllen, sonst hat man im Januar einen Klumpen. Johannisbeeren geben ausserdem hervorragenden Saft und Sirup.
  • Brombeeren haben einen Trick, und den kennen erstaunlich wenige. Schwarz heisst noch lange nicht reif. Viele Beeren sind längst dunkel und hängen trotzdem bombenfest am Trieb. Verlässlich ist nur das Ablösen. Eine reife Brombeere kommt mit einer leichten Drehung von selbst mit. Muss man ziehen, wartet man noch ein paar Tage. Es ist derselbe Mechanismus wie beim Apfel. Die Pflanze gibt die Frucht frei, wenn sie so weit ist.
  • Heidelbeeren werden nach der Ernte nicht mehr süsser, deshalb lohnt sich Geduld. Erst wenn die Beere durchgehend dunkelblau ist, kommt sie in den Korb. Ein Strauch reift über Wochen, man geht ihn mehrmals durch. Ein Netz über dem Busch schadet übrigens nicht, sonst waren die Amseln schneller.
  • Sibirische Blaubeeren, Honigbeeren oder auch Maibeeren genannt, sind das erste Beerenobst des Jahres. Was im März blüht, wird ab Mai geerntet. Die Pflanze stammt von der Halbinsel Kamtschatka und ist entsprechend hart im Nehmen. Das Holz verträgt bis minus 45 Grad, die Blüten kurzzeitig minus zehn. Bestäubt wird sie vor allem von Hummeln, und für einen sicheren Fruchtansatz braucht es zwei verschiedene Sorten. Unreif schmecken die Beeren sauer, aber nicht bitter. Wer zu früh nascht, merkt es sofort.
  • Sanddorn wehrt sich gegen die Ernte. Die Zweige sind bedornt, und die Beeren platzen beim Pflücken. Der bewährte Ausweg klingt radikal und ist keiner. Man schneidet die fruchttragenden Zweige ab, friert sie über Nacht ein und schüttelt die Beeren danach ab. Gefroren lösen sie sich sauber und bleiben ganz. Dem Strauch schadet das nicht, denn er trägt ohnehin nur an den Trieben des Vorjahres, und der Schnitt regt ihn zum Neuaustrieb an. Dieser Zweig macht dafür ein Jahr Pause. Wer zwei weibliche Sträucher hat, erntet abwechselnd.

    Ein Punkt entscheidet beim Sanddorn schon vor der ersten Ernte. Er ist zweihäusig. Ohne männliche Pflanze in der Nähe bleiben die Früchte aus. Vereinzelt werden Sorten als selbstfruchtbar angeboten. Verlässlicher ist es, eine männliche Pflanze dazuzusetzen.
  • Aroniabeeren sind mein persönlicher Geheimtipp. Getrocknet ersetzen sie Wacholderbeeren im Sauerkraut und machen sich gut im Müesli oder im Tee. Als Saft oder Gelee sowieso.
  • Minikiwis überraschen viele – meine wachsen an einem Rosenbogen. So erkenne ich gut, wenn wieder Zeit für eine Teil-Ernte ist. Die kleinen, glatten Früchte erntet man leicht unreif und lässt sie kühl nachreifen. Einige Wochen halten sie so problemlos durch, mit etwas Glück deutlich länger. Wer schneller ans Ziel will, legt einen Apfel dazu.
  • Holunderbeeren erntet man als ganze Dolde und verarbeitet sie gleich zu Sirup, Saft, Gelee oder Suppe. Roh gehören sie nicht auf den Teller, sie verursachen Übelkeit. Erhitzt sind sie unproblematisch.

Nüsse – Geduld wird belohnt

Nüsse sind die Langstreckenläufer. Nach dem Sammeln brauchen sie Wochen, bis sie so weit sind. Dafür halten sie dann monatelang.

Jutesack mit Baumnüssen | © Andermatt Biogarten AG
  • Baumnüsse (Walnüsse) sind reif, wenn sie von selbst fallen und die grüne Hülle aufplatzt. Nicht schütteln, nicht pflücken, einfach warten. Dann die Hülle entfernen, dabei besser Handschuhe tragen, sonst hat man wochenlang braune Finger. Anschliessend drei bis sechs Wochen warm und luftig trocknen und regelmässig wenden. Fertig sind sie, wenn die Schale beim Schütteln leise klappert und die Trennwand im Innern glasig bricht statt zäh nachzugeben. In Netzen oder Jutesäcken aufgehängt halten sie kühl und trocken sechs bis zwölf Monate.

    Hinweis für alle Ungeduldigen und Experimentierfreudigen: Ernten kann man aber schon im Juni, lange bevor die ersten Nüsse fallen. Was dann vom Baum kommt, wird allerdings nie eine reife Nuss. Man muss sich entscheiden. Solange sich die grüne Frucht mit einer Nadel komplett durchstechen lässt, ist die innere Schale noch nicht verholzt. Genau dann macht man daraus Schwarze Nüsse, auch Johanninüsse genannt, weil sie vor dem Johannistag am 24. Juni geerntet werden. In der Pfalz und in Franken gelten sie als Trüffel. Roh sind sie ungeniessbar. Erst wochenlanges Wässern mit täglichem Wasserwechsel schwemmt die Gerbstoffe heraus, danach werden sie in Gewürzsirup kandiert und dabei tiefschwarz. Handschuhe sind Pflicht, der Saft färbt die Finger dauerhaft.
  • Haselnüsse liest man vom Boden auf, reife fallen von selbst. Grüne am Strauch lassen, die reifen nicht nach. Vier bis sechs Wochen luftig trocknen, aber bitte nicht im Backofen, das treibt das Fett in die Ranzigkeit. Danach in luftdurchlässigen Netzen kühl und trocken lagern, in der Schale halten sie bis zu einem Jahr. Geknackte Kerne friert man ein oder röstet sie kurz in der Pfanne. Letzteres endet erfahrungsgemäss damit, dass keine mehr übrig sind.
  • Mandeln sind botanisch gar keine Nüsse, sondern Steinfrüchte und mit dem Pfirsich verwandt. Gegessen wird der Samen im Stein. Reif sind sie, wenn die lederige grüngraue Fruchtschale an der Naht aufreisst und eintrocknet. Das beginnt im September und zieht sich bis Mitte Oktober. Dann lassen sich die Früchte abschütteln. Die Hülle kommt sofort weg, danach trocknen die Kerne ein bis zwei Wochen luftig nach.
    Hinweis: Süssmandeln und Krachmandeln sind essbar, Bittermandeln nicht. Sie enthalten Amygdalin, aus dem im Körper Blausäure entsteht, und bei Kindern reichen dafür fünf bis zwölf Stück. Veredelte Sorten wie die selbstfruchtbare 'Pfälzer Fruchtmandel' sind sicher. Bei sämlingsvermehrten Bäumen spalten die Eigenschaften dagegen auf, und dann kann Bitteres dabei sein. Es gilt dieselbe Regel wie beim Zierkürbis. Was bitter schmeckt, wird ausgespuckt.
  • Die Pimpernuss macht es einem am einfachsten von allen. Sie sagt Bescheid. Im September lösen sich die Samen in den aufgeblasenen Kapseln von der Wand, und sobald der Wind hineinfährt oder man den Strauch schüttelt, klappert es. Daher der zweite Name Klappernuss. Die erbsengrossen, nussbraunen Samen schmecken nach Pistazie, roh wie geröstet, und im Bayerischen Wald brennt man Likör daraus. Wer nicht bis zum Herbst warten mag, erntet im Juni die unreifen Kapseln und legt sie wie Kapern in Salzlake ein. Die Blütentrauben sind ebenfalls essbar und duften nach Kokos und Zimt. Weil der Strauch bei uns vielerorts selten geworden ist, pflanzt man mit ihm gleich ein Stück heimische Vielfalt mit.

Für alle Nüsse gilt, dass nur einwandfreie Exemplare ins Lager kommen. Risse, Löcher vom Haselnussbohrer oder Schimmelspuren sofort aussortieren. Eine einzige schimmlige Nuss reicht, um den ganzen Sack zu verderben.

Kräuter – Aromakunde

Kräuter ernten ist ein bisschen wie Parfum machen – es kommt auf den richtigen Moment an.

Die ätherischen Öle, die den Geschmack ausmachen, schwanken je nach Tageszeit, Wetter und Blühstadium.

Die Grundregeln für die Kräuterernte

  • An leicht bewölkten, trockenen Tagen ernten, idealerweise zwischen 11 und 14 Uhr. Dann läuft die Produktion ätherischer Öle auf Hochtouren.
  • Vor der Blüte ernten: Thymian, Salbei, Minze und Melisse. Sobald sie blühen, steckt die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung und das Aroma lässt nach. 
  • Während der Blüte ernten: Basilikum, Oregano und Rosmarin schmecken in der Vollblüte am intensivsten. Ein guter Grund, sie nicht ständig zurückzuschneiden, sondern ihnen zwischendurch die Blüte zu gönnen – was auch Bienen und Schmetterlingen zugutekommt.

Tipp: Beim Rosmarin als erstes einen Zwischenstopp einlegen und den Geruch tief einatmen - das macht selbst die müden Geister munter. ;-)

Welche Kräuter sich trocknen, einfrieren oder einlegen lassen – mit Übersichtstabelle und Grundrezepten – steht auf «Kräuter konservieren».

Morgens oder abends ernten?

Warum die Tageszeit eine Rolle spielt 

 

Erntekorb mit Salat, Kräutern und Erntehippe | © zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Es klingt nach einer Detailfrage, aber die Tageszeit der Ernte beeinflusst Knackigkeit, Geschmack, Haltbarkeit und sogar den Nitratgehalt. Und je nachdem, was man mit der Ernte vorhat, gibt es unterschiedliche Empfehlungen.

Die Kurzfassung

  • Kräuter zwischen 11 und 14 Uhr. Die ätherischen Öle sind dann am konzentriertesten. Am Nachmittag verflüchtigen sie sich in der Wärme, und mit ihnen das Aroma.
  • Fruchtgemüse wie Tomaten, Gurken, Peperoni und Zucchetti am frühen Vormittag. Die Früchte sind dann kühl und trocken, die Zellen prall mit Wasser gefüllt. Das macht sie knackiger und deutlich lagerfähiger. Was aus der Mittagshitze kommt, welkt schneller.
  • Blattgemüse und nitratreiches Gemüse wie Salat, Spinat, Mangold, Rucola und Randen am späten Nachmittag oder abends. Der Grund liegt im Stoffwechsel. Nachts nimmt die Pflanze Nitrat aus dem Boden auf, tagsüber baut sie es mit Hilfe von Licht wieder ab. Wer abends erntet, hat deutlich weniger Nitrat im Blatt. Braucht man den Salat besonders knackig, etwa für den Transport, ist der Morgen die bessere Wahl.
  • Wurzelgemüse wie Karotten, Randen, Radieschen und Rettich ebenfalls am späten Nachmittag. Auch hier ist der Nitratgehalt dann am tiefsten. Aufgeheiztes Wurzelgemüse welkt schneller, also zügig in den Schatten damit.
  • Kohl, Brokkoli, Kürbis morgens. Kühl geerntet, bleiben sie fest.
  • Obst morgens, solange die Früchte noch kühl sind. Der Zelldruck ist dann hoch, die Frucht fest, und genau das entscheidet über die Lagerfähigkeit. Bei Regen oder nassem Wetter gar nicht erst anfangen. Feuchtigkeit auf der Schale ist eine Einladung an die Fäulnis.
  • Beeren morgens, sobald der Tau abgetrocknet ist. Im Laufe des Tages werden sie weich und halten schlechter.
  • Nüsse immer dann, wenn sie gefallen sind. Nur nicht zu lange auf feuchtem Boden liegen lassen, sonst schimmeln sie. Täglich aufsammeln ist ideal.

Die Faustregel: Was gelagert wird, erntet man morgens, weil es dann prall und kühl ist. Was direkt auf den Teller kommt, erntet man abends, weil es dann am wenigsten Nitrat enthält. Kräuter mittags. Nüsse sofort.

Richtig ernten – das unterschätzte Handwerk

Der Zeitpunkt stimmt. Und jetzt? Wie geerntet wird, entscheidet mit darüber, wie lange die Ernte hält. Vier Dinge machen fast den ganzen Unterschied.

Gurkenernte im Korb | © Andermatt Biogarten AG
  1. Schneiden statt reissen. Jede gerissene Wunde ist eine offene Tür für Fäulniserreger. An der Pflanze bleiben ausgefranste Stellen zurück, über die sie selbst angreifbar wird. Ein sauberer Schnitt heilt schneller. Bei Wurzelgemüse dreht man das Grün ab, statt es abzuschneiden, dann bleibt die Knolle unverletzt.
  2. Saubere Klinge. Wer eine kranke Pflanze schneidet und dann weiterarbeitet, trägt Pilzsporen, Bakterien und Viren zur nächsten. Frische Schnittwunden sind für sie die offene Tür. Abwischen genügt dafür nicht. Erst Pflanzensaft und Erde von der Klinge putzen, dann mit mindestens 70-prozentigem Alkohol desinfizieren.
  3. Korb statt Plastiksack. Im Sack schwitzt das Gemüse, die Feuchtigkeit bleibt auf der Schale stehen, und dort startet die Fäulnis. Im luftigen Korb stapelt man ausserdem automatisch weniger hoch. Druckstellen sind nach der Feuchtigkeit der zweitgrösste Lagerkiller.
  4. Feldwärme rausnehmen. Frisch geerntetes Gemüse ist warm und atmet dadurch besonders stark. Es verbraucht seine eigenen Reserven. Jede Stunde in der Sonne kostet Lagerzeit. Korb in den Schatten und alles, was ins Lager soll, möglichst zügig an seinen kühlen Platz.

Die Ausnahme – Rhabarber wird gedreht, nicht geschnitten

Ein abgeschnittener Stängel hinterlässt einen Stumpf, und der fault ins Rhizom hinein. Deshalb fasst man ihn weit unten, dreht leicht und zieht ihn mit einem Ruck seitlich heraus. Die Wunde bleibt klein und trocknet innerhalb Stunden ab.

Dazu zwei Faustregeln. Nie mehr als ein Drittel der Stängel ernten. Und nach dem Johannistag am 24. Juni ist Schluss, denn der Oxalsäuregehalt steigt im Lauf der Saison, und die Pflanze braucht den Rest des Sommers, um Reserven einzulagern. Bei den neueren immertragenden Sorten wie 'Livingstone' fällt diese Pause weg, sie treiben bis in den Herbst nach. Die Blätter kommen nicht auf den Teller, dafür steckt zu viel Oxalsäure drin. Auf dem Kompost oder als Mulch zwischen den Reihen sind sie dagegen bestens aufgehoben.

Die goldenen Regeln für alles, was ins Lager soll

  • Nur gesundes, unverletztes Erntegut wird eingelagert. Eine einzige faule Stelle kann den ganzen Vorrat mitnehmen. Was Druckstellen, Risse oder Wurmbefall hat, wird zuerst gegessen. Was gar nicht mehr taugt, kommt auf den Kompost. Das klingt streng, ist aber der wichtigste Faktor für eine gelungene Lagerung. 
  • Lagergemüse wird nicht gewaschen. Grobe Erdreste lässt man antrocknen und streift sie vorsichtig ab. Die dünne Erdschicht schützt vor dem Austrocknen und ist besser als jede Verpackung. Beim Kohl bleiben die äusseren Hüllblätter und ein Stück Strunk dran, die opfern sich für den Kopf darunter.

Geniessen, lagern, konservieren oder im Beet lassen?

Die Ernte beginnt nicht erst im Hochsommer. Wer im März den ersten Bärlauch pflückt, im April Nüsslisalat schneidet und im Mai die ersten Radieschen zieht, ist längst mittendrin.

Genau das ist das Schöne daran. Es kommt nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück über die ganze Saison verteilt. Zeit genug für die entscheidende Frage. Was mache ich jetzt damit?

 

Hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum begraben: Selbstversorgung heisst nicht, dass an einem Wochenende im August die gesamte Ernte in Gläser abgefüllt wird.

Tatsächlich wird das meiste Wintergemüse gelagert, nicht konserviert – und zwar mit erstaunlich wenig Aufwand. Einkochen, Einfrieren und Trocknen haben absolut ihren Platz, aber sie kommen erst ins Spiel, wenn die einfacheren Methoden nicht passen.

  • Direkt geniessen – kurze Haltbarkeit, am besten frisch
    Salate, Radieschen, Zucchetti, Gurken, Mangold, frische Kräuter, Beeren
  • Lagern – Wochen bis Monate haltbar mit der richtigen Methode
    Kartoffeln, Karotten, Randen, Sellerie, Pastinaken, Zwiebeln, Knoblauch, Kürbis, Kohl, Äpfel, Nüsse
  • Konservieren – wenn Lagern nicht geht oder der Überschuss zu gross wird. Tomaten als Sugo, Bohnen im Tiefkühler, Beeren als Konfitüre, Kräuter getrocknet, Chili in Öl, Gurken und Kabis fermentiert.
  • Im Beet lassen – frosthartes Gemüse, das draussen überwintert
    Rosenkohl, Federkohl, Palmkohl, Nüsslisalat, Winterspinat, Pastinaken, Schwarzwurzeln

Das Beet ist übrigens das energieärmste Lager, das es gibt. Kein Strom, kein Glas, kein Platz im Keller. Pastinaken und Schwarzwurzeln werden nach dem ersten Frost sogar süsser. Ernten kann man, solange der Boden nicht durchgefroren ist. Eine Schicht Laub oder ein Vlies drüber, und im Januar holt man sich frisches Gemüse aus dem Garten. Gefrorene Blätter lässt man in Ruhe. Fasst man sie an, bricht die Zellstruktur, und beim Auftauen wird Matsch daraus.

Obst und Gemüse richtig lagern – die vier Klimazonen

«Kühler Keller» ist nämlich nicht gleich «kühler Keller». Gemüse hat sehr unterschiedliche Ansprüche. Wer alles in dieselbe Ecke stellt, verliert die Hälfte.

Klimazone Wer will das? Warum
Kühl & feucht
0–4 °C, 90–95 % Luftfeuchte
Karotten, Randen, Sellerie, Pastinaken, Rettich, Kohl Aus den Wurzeln verdunstet weiter Wasser. Zu trocken heisst gummig und schrumpelig.
Kühl bis temperiert & trocken
0–15 °C, 60–70 % Luftfeuchte
Zwiebeln, Knoblauch, Nüsse Feuchtigkeit bedeutet Schimmel und vorzeitiges Austreiben. Knoblauch und Nüsse mögen das kalte Ende, Zwiebeln treiben im kalten Keller eher aus.
Warm & trocken
12–20 °C
Kürbis Der Einzige, der im kalten Keller kaputtgeht.
Kühl, dunkel & separat
4–8 °C
Kartoffeln, Äpfel Licht macht Solanin – und die beiden gehören nicht nebeneinander.

 

Die Sandkiste – der Klassiker für Wurzelgemüse

Die eleganteste Lösung für Karotten, Randen, Sellerie und Pastinaken ist eine Kiste mit leicht feuchtem Sand. Der Sand hält die Luftfeuchtigkeit oben, so dass nichts verdunstet, und er trennt die Rüben voneinander. Fault doch eine, steckt sie die Nachbarn nicht an.

Der Sand soll feucht sein, nicht nass. Drückt man ihn in der Hand zusammen und er behält die Form, ohne dass Wasser austritt, stimmt es. So halten Karotten und Randen vier bis sechs Monate, Sellerie drei bis fünf. Wie man ein Sandlager Schicht für Schicht aufbaut, im Keller oder als mäusesichere Variante auf dem Balkon, steht auf «Der Gemüsegarten im Winter».

Kartoffelernte aus dem Selbstversorgergarten | © Andermatt Biogarten AG

Kartoffeln – dunkel ist Pflicht

Kartoffeln wollen es dunkel, luftig und 4–8 °C kühl. Zwei Fehler kosten hier die ganze Ernte:

  • Zu hell: Licht lässt Kartoffeln grün werden, und grün heisst Solanin – ein Giftstoff, der Bauchweh macht. Grüne Stellen grosszügig wegschneiden, stark ergrünte Knollen entsorgen. Jutesack, Holzkiste mit Deckel oder Karton – Hauptsache dunkel.
  • Zu kalt: Unter 4 °C wandelt die Kartoffel ihre Stärke in Zucker um. Sie schmeckt dann süsslich-fremd und wird beim Braten unschön dunkel. Der Kühlschrank ist kein Kartoffellager.
  • Frühkartoffeln halten zwei bis drei Monate, mittelspäte und späte Lagersorten vier bis acht. Wie lange man von seinem Vorrat zehrt, entscheidet sich schon beim Setzen und nicht erst im Keller.
Gelbe und rote Zwiebeln in Holzkistchen lagernd | © Andermatt Biogarten AG

Zwiebeln und Knoblauch – die Trocknungsphase entscheidet

Bei Zwiebeln und Knoblauch fängt die eigentliche Arbeit nach der Ernte an. Wer sie direkt in den Keller trägt, wundert sich im November über Schimmel.

Nach dem Ausgraben zwei bis drei Wochen luftig, warm und trocken nachtrocknen lassen. Auf einem Gitter, im Gartenhaus, unter dem Vordach, notfalls auf Zeitungspapier im Estrich. Fertig ist es, wenn die äusseren Häute papierartig rascheln und der Hals komplett trocken ist. Erst dann geht es ins kühle, trockene Lager, in Netzen, Kisten oder als geflochtene Zöpfe. Knoblauch mag es dabei richtig kühl, gegen null Grad. Zwiebeln dagegen treiben im kalten Keller eher aus und sind in einer belüfteten Speisekammer besser aufgehoben. So halten Zwiebeln sechs bis acht Monate, Knoblauch sechs bis neun.

Zwiebelzöpfe flechten ist übrigens die einzige Handarbeit, die nach Suppe riecht, und ein wunderbares Abendprogramm für Regentage. Hängend zirkuliert die Luft optimal, und man sieht sofort, wenn eine Zwiebel weich wird.

Butternut-Kürbis aufgeschnitten | © Andermatt Biogarten AG

Kürbis – der will aufs Sofa

Der Kürbis ist der Sonderling im Vorrat. Er ist der Einzige, der es im Keller nicht aushält. Unter 10 °C bekommt er Kälteschäden und fängt an zu faulen. Sein Lieblingsplatz liegt bei 12 bis 20 °C, trocken und luftig, somit durchaus im Wohnbereich. Ein Regal im Flur, unter dem Bett, im Treppenhaus. Er sieht ja auch gut aus.

Vor dem Einlagern lässt man ihn zwei Wochen aushärten, warm und sonnig, zum Beispiel auf der Fensterbank. Das verdickt die Schale. Nie auf dem Stielansatz lagern und nie stapeln. Hokkaido hält drei bis vier Monate, Butternut fünf bis sechs, Muskatkürbis auch mal acht. Je dickschaliger, desto länger.

Kohl

Kohl lagert kühl und feucht. Weisskabis und Rotkabis halten mit den äusseren Blättern drei bis fünf Monate. Wer Platz hat, hängt ihn kopfüber an der Wurzel auf, dann geht noch mehr.

Birnenernte aus dem Selbstversorgergarten | © Andermatt Biogarten AG

Obst im Lager

  • Äpfel wollen es kühl bei 2 bis 4 °C und feucht, in flachen Lagen ausgelegt, ohne sich zu berühren.
  • Birnen brauchen dasselbe Klima, halten aber deutlich kürzer. Zum Einlagern taugen ohnehin nur späte Sorten. Sie liegen am besten nebeneinander auf einem Lattenrost, ohne sich zu berühren.
  • Quitten sind ein Fall für sich. Pflückreif geerntet halten sie bei 2 bis 7 Grad und guter Belüftung zwei bis drei Monate, vollreif nur noch zwei bis vier Wochen. Entscheidend ist der Abstand zum Rest, denn ihr Aroma überträgt sich auf alles, was danebenliegt. Kartoffeln nehmen Fremdgerüche besonders bereitwillig an. Quitten bekommen deshalb ihre eigene Kiste, flach und einlagig, weil sie druckempfindlich sind.
  • Kakis, Granatäpfel, Minikiwis und Nüsse lassen sich ebenfalls einlagern. Was sie dafür brauchen und wie lange sie halten, steht weiter oben bei der jeweiligen Frucht.

Eines haben Äpfel, Birnen und Quitten gemeinsam. Sie gehören getrennt vom Rest. 

Ethylen – der unsichtbare Nachbarschaftsstreit im Keller

Warum Äpfel die Karotten bitter machen

Es gibt einen Grund, warum die Karotten neben den Äpfeln bitter geworden sind. Und der Grund ist ein Gas.

Reifer Apfel frisch vom Baum | © Andermatt Biogarten AG

Reifende Früchte produzieren Ethylen, ein Pflanzenhormon mit der Botschaft «reif werden». Für die Pflanze ist das clever. Reift eine Frucht, sollen die anderen nachziehen. Im Lagerraum wird daraus ein Problem, denn das Gas hört nicht an der Fruchtschale auf. Es breitet sich aus und beschleunigt die Alterung von allem, was danebenliegt.

Die grossen Produzenten sind Äpfel und Birnen, dazu Tomaten, Aprikosen, Pflaumen und Quitten. Empfindlich reagieren Karotten, Kohl, Brokkoli, Gurken, Kartoffeln, Auberginen, Salate und praktisch alles Blattgemüse.

Die Aubergine ist dabei ein hübscher Sonderfall. Neben Äpfeln altert sie schneller und wird schrumpelig. Genau diese Empfindlichkeit nutzt man am Saisonende aus, wenn noch unreife Früchte am Strauch hängen und die Nächte zu kalt zum Ausreifen werden. Abschneiden, einen Apfel danebenlegen, und sie färben nach.

Der Klassiker sind bitter gewordene Karotten. Die Karotte reagiert auf das Ethylen mit der Bildung von Bitterstoffen, eine Art Stressantwort. Zurückholen lässt sich das nicht mehr.

Bei Kartoffeln und Äpfeln ist sich die Fachwelt über den genauen Mechanismus nicht einig. Sicher ist, dass Kartoffeln viel Feuchtigkeit abgeben und ihren erdigen Geruch an die Äpfel weiterreichen, während die Äpfel ihrerseits die Alterung der Nachbarn antreiben. Getrennt lagern ist so oder so die bessere Wahl.

Die einfachste Regel lautet, dass Äpfel und Birnen eine eigene Ecke bekommen. Am liebsten einen eigenen Raum, mindestens aber eine geschlossene Kiste. Und regelmässig lüften.

Genau dieses Gas kann man sich zunutze machen. Grüne Tomaten reifen auf der Fensterbank viel schneller nach, wenn ein Apfel dabei liegt. Dasselbe gilt für harte Avocados, unreife Birnen, Auberginen und Minikiwis. Was im Keller Ärger macht, ist in der Papiertüte ein Beschleuniger.

Lagern ohne Keller – geht das?

Der klassische Naturkeller mit Lehmboden ist ein Traum. Nur haben ihn die wenigsten. Wer in einer modernen Wohnung lebt, hat einen beheizten Kellerabteil bei 18 °C oder gar keinen. Aufgeben muss man deswegen nicht – man muss nur kreativ suchen.

Was man wahrscheinlich hat:

  • Unbeheiztes Schlaf- oder Gästezimmer – oft 14–16 °C. Perfekt für Kürbis, notfalls für Zwiebeln.
  • Treppenhaus, Estrich oder Windfang – häufig 5–12 °C im Winter. Der beste Kompromiss für Kartoffeln und Zwiebeln.
  • Balkon oder Kellerfenster-Nische – mit einer gedämmten Holzkiste lässt sich hier ein Frostschutz bauen, und der Balkon hat einen unterschätzten Vorteil: Er ist von Natur aus mäusesicher. Der genaue Aufbau ist auf «Der Gemüsegarten im Winter». Ein Thermometer hineinlegen und ein paar Tage beobachten, bevor man das erste Gemüse einlagert.
  • Gemüsefach im Kühlschrank – klein, aber ideal für Wurzelgemüse in feuchtem Tuch. Ein bis zwei Monate sind so möglich.
  • Die Erdmiete im Garten – die älteste Lösung überhaupt: eine Grube von 40–50 cm Tiefe, ausgekleidet mit Stroh oder Laub, Gemüse hinein, Stroh drüber, Erde oben drauf, ein Rohr oder Reisigbündel zur Belüftung. Der Boden hält die Temperatur bei 2–6 °C, ganz ohne Strom. Wichtig: mäusesicher bauen und so anlegen, dass man auch bei Schnee rankommt.

Der Trick für alle Experimentierfreudigen: Kauf dir ein günstiges Thermo-Hygrometer und leg es eine Woche in den Raum, den du im Verdacht hast. Du wirst überrascht sein, wie unterschiedlich Ecken derselben Wohnung sind. Mit dem Wissen um Temperatur und Luftfeuchte kannst du selbst entscheiden, welche Klimazone du dort abbildest – und brauchst keine Tabelle mehr.

Und wenn gar nichts geht: Dann konserviert man eben mehr. Ein Regal mit Gläsern braucht kein spezielles Klima.

Die Lagerkontrolle – zehn Minuten pro Woche

Der häufigste Grund, warum ein Vorrat kippt, ist nicht das falsche Klima. Es ist, dass niemand hinschaut.

Einmal pro Woche kurz durchgehen. Riecht es anders? Ist irgendwo eine weiche Stelle? Eine einzige faulende Kartoffel oder ein schimmliger Apfel steckt in wenigen Tagen die Nachbarn an, denn Fäulnispilze verbreiten sich über Kontakt und über die Luft.

Was du dabei machst:

  • Auffällige Exemplare ganz herausnehmen, nicht bloss die faule Stelle wegschneiden und liegen lassen
  • Bei zu hoher Luftfeuchte kurz lüften, bei zu trockener Luft ein feuchtes Tuch oder eine Wasserschale dazustellen
  • Ausgetriebene Zwiebeln und Kartoffeln nach vorne – die werden als Erstes verbraucht

Klingt nach Aufwand, ist aber der schönste Moment der Woche. Man geht in den Keller, es riecht nach Erde und Äpfeln, und man nimmt gleich mit, was man zum Kochen braucht. Zehn Minuten, die einen ganzen Winter retten.

Eingemachtes für den Vorrat | © zaubergaertli-gartenkeramik.ch

Konservieren – das Prinzip hinter allen Methoden

Nicht alles lässt sich einlagern. Tomaten, Beeren, Bohnen und Kräuter müssen anders haltbar gemacht werden – und dahinter steckt immer dasselbe Prinzip.

Bakterien, Hefen und Schimmelpilze brauchen vier Dinge, um Lebensmittel zu zersetzen. Wasser, Wärme, Nährstoffe und ein einigermassen neutrales Milieu. Jede Konservierungsmethode nimmt ihnen genau eines davon weg. Trocknen entzieht das Wasser. Einfrieren die Wärme. Einkochen arbeitet erst mit Hitze und dann mit Luftabschluss. Einlegen und Fermentieren senken den pH-Wert. Und Zucker bindet in Konfitüre und Sirup das freie Wasser.

Wer das einmal verstanden hat, kann jedes Rezept einschätzen und merkt sofort, wenn etwas nicht sicher ist.

Ein wichtiger Unterschied zum Lagern. Was konserviert wird, wird vorher gewaschen. Die Regel «Lagergemüse nicht waschen» gilt ausschliesslich für den Vorrat im Keller.

Und ein Wort zur Energie. Die Tiefkühltruhe ist bequem, kostet aber das ganze Jahr Strom. Der Keller kostet nichts. Ein Glas Sugo kostet einmal Energie beim Einkochen und danach jahrelang nichts mehr. Fermentieren braucht überhaupt keine. Wer seinen Vorrat klug mischt, spart Platz und Stromkosten.

Wie die einzelnen Methoden funktionieren, von Einkochen über Trocknen bis Fermentieren, steht ausführlich auf «Erntedank aus dem eigenen Küchengarten». Wer den Sommer im Glas festhalten will, wird auf «Sommer im Glas» fündig und alles über das Konservieren von Kräutern findet man ebenfalls in der «Gartenküche».

Saatgut selber gewinnen – der Kreis schliesst sich

Die Ernte ist nicht nur Essen. Sie ist auch das nächste Jahr.

Wer eigenes Saatgut gewinnt, wird unabhängiger, spart Geld und tut nebenbei etwas für die Sortenvielfalt. Alte, samenfeste Sorten überleben nämlich nur, wenn sie jemand weiter anbaut. Jedes selbst gefüllte Tütchen ist ein kleiner Beitrag zum Erhalt einer Vielfalt, die im Gemüseregal längst verschwunden ist.

Die wichtigste Voraussetzung sind samenfeste Sorten. Bei F1-Hybriden fällt die nächste Generation auseinander. Da wird aus einer guten Tomate alles Mögliche, nur nicht dieselbe Tomate. Wer Saatgut gewinnen möchte, entscheidet das schon beim Kauf.

  • Bohnen und Erbsen sind der einfachste Einstieg. Ein paar Hülsen an der Pflanze ausreifen lassen, bis sie trocken sind und rascheln. Auspulen, gut nachtrocknen, kühl und dunkel lagern.
  • Salat lässt man blühen und erntet die flauschigen Samenstände ab, sobald sie sich auflösen.
  • Tomaten brauchen einen Zwischenschritt. Die Samen mitsamt Gallertfleisch in ein Glas Wasser geben und zwei bis drei Tage stehen lassen. Auf der Oberfläche bildet sich eine Schicht, und das ist so gewollt. Diese kurze Gärung löst die keimhemmende Gallerthülle. Danach gut abspülen, auf einem Teller trocknen und beschriften.
  • Bei Kürbisgewächsen ist Vorsicht angebracht, und zwar präziser, als man oft liest. Gekreuzt wird nur innerhalb derselben Art. Zucchetti, Patisson, Ölkürbis, Spaghettikürbis und die meisten Zierkürbisse gehören alle zu Cucurbita pepo und verkreuzen sich munter untereinander. Hokkaido gehört zu Cucurbita maxima, Butternut zu Cucurbita moschata. Diese drei Arten kreuzen sich untereinander praktisch nicht. Ein Hokkaido, ein Butternut und eine Zucchetti dürfen nebeneinander stehen, ohne dass beim Saatgut etwas durcheinandergerät.

    Der eigentliche Stolperstein sind die Zierkürbisse. Sie enthalten Cucurbitacin, den Bitterstoff, der bei den Speisekürbissen weggezüchtet wurde. Kreuzt sich die Zucchetti mit einem Zierkürbis aus der Nachbarschaft, kann die nächste Generation bitter und ungeniessbar werden. Deshalb gilt: Was bitter schmeckt, wird ausgespuckt und nicht gegessen. Auch nicht «nur ein bisschen».

Samenfest heisst allerdings nicht kreuzungssicher. Das eine sagt aus, dass die Sorte ihre Eigenschaften weitergibt, das andere hängt davon ab, wer die Blüte bestäubt hat. Stehen zwei samenfeste Sorten derselben Art nebeneinander, mischt die Biene fleissig mit, und im nächsten Jahr wächst etwas Drittes. Wer sortenrein vermehren will, baut nur eine Sorte pro Art an, hält Abstand oder tütet einzelne Blüten ab und bestäubt von Hand.

Gelagert wird Saatgut trocken, dunkel und kühl, immer beschriftet mit Sorte und Jahr. Papiertütchen oder Gläser mit einem Beutelchen Reis als Trockenmittel reichen völlig.

Der Lohn für die Garten-WG

Ein Gedanke zum Innehalten, bevor der letzte Apfel im Korb landet. Nicht alles, was in diesem Garten gewachsen ist, war für uns bestimmt.

Meise mit Raupe im Schnabel | © Andermatt Biogarten AG

Die Saison hat man nicht allein bestritten. Die Wildbiene hat die Zucchetti bestäubt. Die Schwebfliegenlarve hat sich durch Blattlauskolonien gefressen, die man nie zu Gesicht bekommen hat. Der Ohrwurm war nachts im Apfelbaum unterwegs. Und der Laufkäfer, unscheinbar und praktisch nie beachtet, hat sich im Beet über Schneckeneier hergemacht. Dazu kommen die Gartenvögel wie Amseln, Meisen, Zaunkönig, Rotkehlchen, Hausrotschwanz & Co. Sie füttern ihre Jungen mit eiweissreicher Nahrung direkt aus dem Garten. Blattläuse, Kohlweisslingsraupen, Mücken, Schneckeneier und mehr haben mit der gefiederten Gartengarde schlechte Karten bei der «Garteneroberung» ;-)

Ein Selbstversorgergarten ohne Nützlinge ist keiner, und diese Mitbewohner arbeiten nicht umsonst. Sie müssen über den Winter kommen. Genau dafür sind die Beeren, die hängen bleiben, die Samenstände, die stehen bleiben, und die Ecke, die man nicht aufräumt.

  • Ein paar Beeren an den Sträuchern lassen. Holunder, Aronia und Johannisbeeren sind im Herbst wichtige Vogelnahrung.
  • Fallobst liegen lassen. Amseln und Wespen gehen dran, und gärendes Obst ist im Herbst eine der letzten Nahrungsquellen für Schmetterlinge wie Admiral und Tagpfauenauge. Nur bei Krankheitsbefall wie Monilia gehört es weg.
  • Samenstände stehen lassen. Karden, Sonnenblumen, Fenchel und verblühte Stauden sind Vogelfutter und Winterquartier für Insekten. Im Raureif sehen sie ausserdem besser aus als jede Dekoration.
  • Nicht komplett abräumen. Ein Laubhaufen, eine ungemähte Ecke, ein Stapel hohler Stängel. Genau dort überwintern die, die einem nächstes Jahr wieder die Blattläuse abnehmen.

Das ist die Lohnzahlung am Ende der Saison und gleichzeitig die Anzahlung auf die nächste. Wer im Herbst grosszügig ist, hat im Frühling mehr Verbündete. So wird aus dem Selbstversorgergarten das, was er sein kann. Ein Ort, an dem nicht nur einer satt wird.

Wer diese WG gezielt vergrössern will, findet in der «Selbstversorger-Episode 2» alles zu Nützlingen und Unterschlupf. Und wer richtig einsteigen möchte, schaut bei «Biodiversität im Garten» und «Wilde (H-)Ecken» vorbei.

Nach der Ernte ist vor der Ernte

Das Beet ist abgeräumt, und jetzt liegt es brach. Nackter Boden ist allerdings der Zustand, den die Natur am wenigsten mag. Er trocknet aus, verschlämmt bei Starkregen, und die Nährstoffe waschen sich aus. Drei Dinge lohnen sich jetzt zu tun. Eine Gründüngung säen, mit Laub oder Ernteresten mulchen und nachsäen, was noch geht. Nüsslisalat, Winterspinat und Asia-Salate lassen sich bis in den Herbst hinein ausbringen.

Auch das, was man nicht mehr geschafft hat, ist nicht verloren. Die vergessene Zucchetti, das angefaulte Obst. Auf dem Kompost wird daraus Humus, und aus Humus wird nächstes Jahr wieder Gemüse. Der Kreislauf funktioniert auch ohne schlechtes Gewissen.

Wo wir schon beim nächsten Jahr sind. Jetzt ist der beste Moment, um aufzuschreiben, wovon es zu viel war. Zwei Zucchettipflanzen sind für die meisten Haushalte etwa anderthalb zu viel. Das weiss man allerdings erst, wenn man es einmal erlebt hat. Damit sind wir wieder am Anfang, bei der Planung. Der Garten läuft im Kreis, und das ist das Beruhigende daran. Was jetzt endet, ist bereits der Start für nächstes Jahr.

Welche Gründüngung was bewirkt, wann welches Wintergemüse gesät wird und warum man eine Gründüngung nie versamen lassen sollte, steht inklusive Aussaatkalendern auf «Der Gemüsegarten im Winter». Fürs Aufschreiben liefert das «Gartenjournal» Inspiration.

Das Wichtigste in Kürze 

  • Der Erntezeitpunkt entscheidet über alles Weitere. Geschmack, Nährstoffe und Lagerfähigkeit werden im Beet festgelegt, nicht im Keller.
  • Pflückreif ist nicht genussreif. Winteräpfel schmecken erst nach Wochen im Lager. Geduld ist hier eine Zutat.
  • Morgens ernten, was gelagert wird, abends, was sofort gegessen wird. Kräuter mittags.
  • Feldwärme rausnehmen. Jede Stunde in der Sonne kostet Lagerzeit.
  • Nur einwandfreies Erntegut lagern, und nie waschen. Eine faule Stelle steckt den ganzen Vorrat an.
  • Es gibt vier Lagerklimas, nicht eines. Kühl-feucht, kühl-trocken, warm-trocken und dunkel-separat.
  • Ethylen ist der unsichtbare Störenfried, den man aber auch für sich arbeiten lassen kann. Äpfel und Birnen gehören separat, sonst werden Karotten bitter.
  • Das meiste Wintergemüse wird gelagert, nicht konserviert. Und einiges bleibt am besten gleich im Beet.
  • Konservieren folgt immer demselben Prinzip. Den Mikroorganismen Wasser, Wärme oder ein neutrales Milieu entziehen. Wer das versteht, braucht kein Rezept.
  • Saatgut gewinnen schliesst den Kreis und erhält samenfeste Sorten, die es sonst nicht mehr gäbe.
  • Etwas stehen lassen. Beeren, Samenstände und die unaufgeräumte Ecke sind der Lohn für die Garten-WG und die Anzahlung auf nächstes Jahr.

Häufige Fragen & Antworten zur Selbstversorgung

Andermatt Biogarten - Die Autor:innen unserer Gartenthemen stellen sich vor - NaSu

Nadine hat das Gartenmotto: «Wenn Gartenarbeit, dann muss es schmecken!». Genauso gärtnert sie auch. Bereits der erste Balkongarten quoll über mit Beeren, Kräutern, Tomaten, Radieschen und Schnittsalat. Und es wurde immer wilder ;-). Es ist kein Meister vom Himmel gefallen und auch sie hatte schon einige Rückschläge. Aber nichts desto trotz gibt es kein Halten, wenn es um das Anziehen und pflegen von eigenem Obst, Beeren, Gemüse und Kräuter geht.

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