Nützlinge lassen sich in biodiversen Gärten besonders gut beobachten und helfen bei der Schädlingskontrolle. | © Andermatt Biogarten AG

Biodiversität
entdecken & fördern
im Mai

Natur entdecken – Abenteuer erleben – Vielfalt verstehen.

Im Mai verbringen wir wieder mehr Zeit draussen. Nicht nur die letzten Setzlinge dürfen endlich raus auch sonst ist im Garten Hochbetrieb: Vögel versorgen ihren Nachwuchs, Bienen fliegen von Blüte zu Blüte, und am Boden sind Igel auf der Suche nach sicheren Orten für ihre Nester.

Gleichzeitig beginnen an einigen Orten bereits die ersten warmen, trockenen Perioden, die Pflanzen und Boden fordern – höchste Zeit, Wasser bewusst einzusetzen und Lebensräume zu stärken.

 

Frühsommer-Vielfalt – Artenreichtum zwischen Blütenmeer und Igelnest

 

Beobachtung / Erlebnis Naturraum Aktion für die Biodiversität
In der Dämmerung sind vermehrt Igel unterwegs (Paarungszeit) Garten, Hecke, wilde Ecke Wilde Ecke mit Laub- und Reisighaufen stehen lassen, (Katzensicheres) Igelhaus platzieren für die Jungtieraufzucht.
Rasen wächst höher, mehr Blüten im Gras Rasen, Wiesenstreifen „No Mow May“: Rasen im Mai nicht mähen, Wieseninseln anlegen, nur Wege und Sitzplätze kurz halten.
Summende Bienen an Blüten Blumenbeet, Balkon, Obstgarten Bienenfreundliche Sommerblüher pflanzen für ein durchgängiges Angebot, Trinkstellen für Insekten einrichten (es wird langsam warm).
Viele verschiedene Pflanzen und Strukturen werden sichtbar Garten Einheimische Stauden, Sträucher und Hecken setzen. Totholz- und Steinhaufen einrichten, wilde Ecken stehenlassen.
Verblühte Tulpen und Narzissen im Beet Blumenbeet, Balkon Während verblühte Blüten entfernt werden können, wird das Laub unbedingt stehengelassen. So sammeln die Zwiebeln genügend Kraft, um auch nächstes Jahr frühe Nahrung zu kredenzen.
Erste Wärmepersioden setzen Topf- und Balkonpflanzen zu Balkon, Terrasse, Pflanzgefässe Wasserspeichernde Elemente (z.B. Schafwollpellets) ins Substrat einarbeiten, Oberfläche mulchen, gezielt durchdringend giessen um Ressourcen zu schonen.
Neue Gemüse-Setzlinge ziehen ins Beet ein Gemüsebeet, Hochbeet Seltene, robuste Gemüsesorten (z.B. ProSpecieRara-Sorten) pflanzen, um Sortenvielfalt und Widerstandskraft zu fördern.
Einige "Winterstrukturen" sind noch in den Beeten Garten, Beete Stauden- und Ziergräser-Stängel bis in den Sommer stehen lassen oder nur etappenweise schneiden, damit Insektenlarven und Wildbienen in den Halmen fertig entwickeln und schlüpfen können.

 

Das Wetter spielt nicht mit? Starte ein Insekten- und Artenquiz: Mit Büchern oder Online-Ressourcen sich endlich mal durch die verschiedenen Arten blättern, Wissen aneignen und eine kleine Bildergalerie typischer Gartenbewohner:innen (Wildbienen, Käfer, Vögel) anlegen. Sobald das Wetter wieder mitspielt und auch die fliegenden Gartenbewohner wieder unterwegs sind, im Garten „in echt“ wiedererkennen. 

Mai Garten-DIY

  • Eine Rasenfläche für den „Mähfreien Mai“ bestimmen, mit ein paar Ästen und Gartenschnur "kennzeichnen" und im Mai nicht mähen. Ein Erlebnis, was im etwas höheren Gras alles zu finden ist.
  • Wasserspeicher (z.B. Schafwollpellets) in Balkon- und Topfpflanzen einarbeiten.
  • Eine Insektentränke bauen: ein nicht zu tiefes Gefäss (flache Schale) katzensicher platzieren, und mit einigen Strukturen wie Steinen und Moos bestücken, die den Insekten das Trinken einfacher machen. Das Wasser regelmässig wechseln/ auffüllen.

Schon gewusst? 

  • Der Igel gilt in der Schweiz als potenziell gefährdet; intensiv genutzte Flächen und versiegelte Böden lassen seine natürlichen Lebensräume schrumpfen. Strukturreiche Privatgärten mit Hecken, Laub- und Totholzhaufen werden deshalb zu wichtigen Rückzugsorten, die wir ihm relativ einfach zur verfügung stellen können. Der englische Name „hedgehog“ kommt übrigens von „hedge“ (Hecke) und „hog“ (Schwein) – wegen der typischen Heckenlebensräume und der grunzenden Laute der Tiere.
  • Beobachtungen aus britischen „No Mow May“-Projekten zeigen, dass ungemähte Flächen im Mai deutlich mehr Blütenpflanzen und Bestäuber aufweisen, teils über 50 Blütenarten auf einer früher kurz gemähten Rasenfläche. Weniger häufig gemähte Rasenflächen haben generell eine höhere Pflanzenvielfalt, mehr Bestäuberaktivität und sind widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Einfacher als durch nicht-mähen lässt sich Artenvielfalt kaum unterstützen.
  • Schätzungsweise rund 75 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Sortenvielfalt sind weltweit im 20. Jahrhundert verloren gegangen. Organisationen wie ProSpecieRara bewahren in der Schweiz tausende Kulturpflanzensorten – darunter über tausend Garten- und Ackerpflanzensorten – und macht sie für Gärten wieder verfügbar. Wer seltene Sorten anbaut und eventuell eigenes Saatgut gewinnt, hilft, diesen wertvollen Genpool lebendig zu erhalten, und wieder widerstandsfähige Pflanzen zu fördern.

Hier findest Du viele weitere Infos rund um die Biodiversität