Nützlinge lassen sich in biodiversen Gärten besonders gut beobachten und helfen bei der Schädlingskontrolle. | © Andermatt Biogarten AG

Biodiversität
entdecken & fördern
im Juli

Natur entdecken – Abenteuer erleben – Vielfalt verstehen.

Im Juli ist Hochsommer – die Sonne steht hoch, die Tage sind lang, und dein Garten läuft auf Hochtouren.

Viele Pflanzen stehen in voller Blüte oder tragen bereits Früchte, gleichzeitig setzen Hitze und Trockenheit Böden, Tieren und Menschen zu.

Gerade jetzt entscheidest du mit deinem Giessverhalten und der Gestaltung deiner Beete, ob dein Garten ein durstiger Pflegefall wird oder ein klimaresilientes Refugium für Pflanzen und Tiere bleibt.

In der Hitze lauschige Plätzchen schaffen

Beobachtung / Erlebnis Naturraum Aktion für die Biodiversität
Kaum Tierbewegung am Tag, dafür viel Aktivität in der Dämmerung Garten insgesamt, Hecken, Wiese Nacht zum Naturerlebnis machen: künstliche Beleuchtung reduzieren, wilde Ecken erhalten und nachtaktive Tiere beobachten.
Boden und Töpfe trocknen schnell aus Beet, Hochbeet, Gemüsegarten, Balkon, Topfgarten Wenn, dann durchdringend giessen und auf clevere Bewässerungssysteme setzen
Offene, rissige Erde unter Sträuchern und Hecken Strauchbereich, Böschung Boden mit Mulch oder Bodendeckern wie Taubnessel, Fingerkraut oder Waldmeister bedecken, um Verdunstung zu verringern und Bodenleben zu fördern.
Rasen wird im Hitzesommer braun Rasen Weniger mähen, höher einstellen oder teilweise durch Blumenwiese/Kräuterrasen ersetzen; Bewässerung reduzieren und Wasser auf Beete konzentrieren.
28. Juli: Welttag des Naturschutzes überall Einen persönlichen Naturschutz‑Vorsatz umsetzen oder in einer Gruppe ein grösseres Ziel angehen
Dächer und Vordächer bleiben ungenutzt Flachdach, Garagendach, Velounterstand Kleine Dachbegrünung mit magerem Substrat und heimischen Pflanzen anlegen; Inseln aus Totholz oder Steinen als Extra-Struktur schaffen.

 

Das Wetter spielt nicht mit? Dann gibt es auch drinnen was zu tun: Im Gartenjournal eine kleine „Hitze‑Checkliste“ anlegen. Notiere, welche Pflanzen den Julistress gut meistern und welche schlapp machen, und suche dir passende, trockenheitsverträgliche Alternativen heraus, die du fürs nächste Jahr einplanst.

Juli Garten-DIY

  • Ollas & Co. einsetzen: In Beete oder grosse Kübel Tonkegel/Ollas eingraben, die Wasser langsam an den Boden abgeben – ideal, wenn es heiss ist oder du mal ein Wochenende weg bist.
  • Mini‑Sandbeet / Sandarium anlegen: An einem sonnigen, eher trockenen Platz ein Sandbeet oder eine Sandlinse schaffen – idealer Nistplatz für bodennistende Wildbienen und für spannende Arten wie den Ameisenlöwen.

  • An der heissesten Balkonseite ein einfaches Spalier oder Seile anbringen und Kletterpflanzen setzen, die Insekten Nahrung bieten. Die grüne Wand verbessert das Mikroklima, spendet Schatten und bietet Vögeln und Insekten zusätzlichen Schutz‑ und Lebensraum.

Schon gewusst? 

  • Die Mauereidechse fühlt sich bei einer Körpertemperatur von rund 33 Grad am wohlsten – deutlich wärmer als für uns Menschen angenehm ist. Wird es in Bodennähe noch heisser, zieht sie sich in kühle Mauerspalten und Felshohlräume zurück, die sie auch nachts als Kälteschutz nutzt.
  • Untersuchungen zu hitzetoleranten Gärten zeigen, dass artenreiche Blumenwiesen und Kräuterrasen in Hitzesommern deutlich stabiler bleiben als klassische Zierrasen und gleichzeitig mehr Insekten und andere Tiere beherbergen.
  • Rund drei Viertel der Wildbienenarten nisten im Boden und brauchen offene, sandige Stellen – mit einem klassischen Insektenhotel können sie nichts anfangen. In einem sonnigen Sandbeet graben sie mehrere Dezimeter tiefe Gänge, in denen sie Pollen-Proviant und ihre Brut unterbringen.

Hier findest Du viele weitere Infos rund um die Biodiversität