Nützlinge lassen sich in biodiversen Gärten besonders gut beobachten und helfen bei der Schädlingskontrolle. | © Andermatt Biogarten AG

Biodiversität
entdecken & fördern
im August

Natur entdecken – Abenteuer erleben – Vielfalt verstehen.

Im August steht der Garten zwischen Hochsommer und Herbststart: Viele Tiere sind noch voll aktiv, gleichzeitig beginnt schon die Vorbereitung auf das nächste Gartenjahr. Mit gezielten Pflanzen, Strukturen und etwas „Powerfood“ für den Boden kannst du jetzt viel für die Biodiversität tun.

Hochsommer-Hitze & Badeplausch

 

Beobachtung / Erlebnis Naturraum Aktion für die Biodiversität
Gemüse- und Staudenbeete sind „ausgelaugt“ nach dem Sommer Gemüsebeet, Staudenbeet, Hochbeet Pflanzenjauchen (z.B. aus Brennnessel, Beinwell, Schachtelhalm) ansetzen und verdünnt giessen, um Bodenleben und Pflanzen zu stärken.
Viele Zitronenfalter unterwegs, aber kaum Raupenfutter im Garten Hecke, Gartenecke, Waldrandnah Einen oder mehrere Faulbäume (und/oder Kreuzdorn) pflanzen: Die Raupen des Zitronenfalters fressen ausschliesslich an diesen Sträuchern.
Erste leere Flächen nach der Ernte Gemüsebeet, Hochbeet Ab August Beete für Herbst und Frühling planen: Gründüngung aussäen oder Bereiche für spätere Blumenzwiebeln vorbereiten.
Abends viele Falter und Insekten an spätblühenden Pflanzen Spätsommer-Beet, Wiesenränder Spätblühende Wildstauden und Kräuter stehen lassen, nicht zurückschneiden, damit sie bis in den Herbst Nahrung bieten.
Nationalfeiertag, Feuerwerk und Lichter im Quartier Garten, Balkon, Umgebung Gartenbeleuchtung und Feuerwerk auf ein Minimum reduzieren, Rückzugsorte im Garten belassen und nachts möglichst dunkle Bereiche für nachtaktive Tiere schaffen.

 

Zu heiss, um draussen zu sein? Verleg deine Gartenzeit in die Nacht. Augustabende sind ideal, um dämmerungsaktive Tiere wie Fledermäuse oder Igel zu beobachten – viele dieser Arten leiden unter Lichtverschmutzung. Schon das gezielte Ausschalten oder Abschirmen von Gartenbeleuchtung in der Nacht kann für Insekten, Nachtfalter und Fledermäuse viel bewirken, weil sie weniger von Lichtquellen irritiert werden und ihre natürlichen Flug- und Jagdrouten nutzen können. Eine „Licht aus – Natur an“-Nacht im eigenen Garten, bei der bewusst auf Beleuchtung verzichtet und stattdessen gelauscht und beobachtet wird, macht diesen Zusammenhang nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene unmittelbar erleb- und mit allen Sinnen spürbar.

August Garten-DIY

  • Fledermauskasten an einer ruhigen Hauswand oder an einem Baum in mindestens 3 bis 5 Metern Höhe anbringen, mit freier Anflugschneise. Kasten so ausrichten, dass er tagsüber von der Sonne erwärmt wird (z.B. Südost- bis Südwestlage), aber nicht von Dauerbeleuchtung oder starkem Lärm gestört wird.

  • Eine Käferburg braucht nicht viel Platz und ist schnell gebaut.
  • Aus abends duftenden Pflanzen einen Aromabalkon für Nachtfalter bereitstellen.

Schon gewusst? 

  • In den Sommerquartieren mögens die Fledermäuse warm: Temperaturbereiche ab 25 Grad sind für viele Arten energetisch besonders günstig. Irgendwann wird es aber auch ihnen zu heiss. Deshalb wechseln Kolonien zwischen mehreren Quartieren mit leicht verschiedenen Bedingungen und brauchen eine Auswahl an gut platzierten Kästen oder Gebäudespalten, um je nach Witterung das passende Mikroklima zu finden.
  • Bodennahe Verstecke wie Käferkeller oder Käferburgen wirken an Hitzetagen wie kleine Klimaanlagen: In Messreihen lagen die Temperaturen im Inneren solcher Holz‑Laub‑Schichten oft mehrere Grad unter der Lufttemperatur. Für viele Laufkäfer‑ und Spinnenarten, die nachts als natürliche Schädlingsjäger unterwegs sind, ist dieser kühlere Rückzugsort überlebenswichtig – sonst würden sie an heissen Sommertagen schlicht überhitzen. Ein Käferkeller stützt damit indirekt auch die natürliche Schädlingskontrolle im Garten.
  • Pflanzen wie die Kapuzinerkresse oder die Akelei besitzen Blätter mit sogenanntem Lotuseffekt: winzige Wachsnoppen auf der Oberfläche lassen Wasser in Tropfen abperlen und nehmen dabei Schmutzpartikel mit. So bleiben die Blätter länger sauber und trocken – ein natürlicher Schutz gegen Pilzbefall und ein faszinierendes Schauspiel nach jedem Regenguss.

Hier findest Du viele weitere Infos rund um die Biodiversität