Spinnmilben im Portrait

Spinnmilben (Familie Tetranychidae) sind winzige Spinnentiere, die vor allem an der Blattunterseite Pflanzensaft aus den Zellen saugen und viele Kultur‑ und Zierpflanzen drinnen wie draussen schwächen können.

Wer ihre typischen Spuren früh erkennt, kann mit biologischen Massnahmen gegensteuern und verhindern, dass sich die Tiere dauerhaft an Pflanzen etablieren. Diese Seite hilft dabei, Spinnmilben sicher zu bestimmen und einen Befall erfolgreich und biologisch zu bekämpfen.

Ist der Spinnmilbenbefall bereits stärker, sind die Gepsinste deutlich erkennbar. | © Andermatt Biogarten AG

Schadbild: Spinnmilben sicher erkennen

  • Helle Sprenkel auf Blattoberseite, die zu grösseren, aufgehellten oder bräunlichen Flächen zusammenfliessen können.
  • Bei stärkerem Befall deutliches Gespinst aus feinen Fäden, welches Blätter, Blattstiele und Triebe überziehen kann.
  • Blätter wirken matt, trocknen vorzeitig ein, rollen sich teils ein, vergilben und können abfallen.

Spinnmilben können mit Thripsen verwechselt werden, da beide helle Sprenkel verursachen – Spinnmilben bauen jedoch Gespinste, während Thripse keine Fäden spinnen.

Bei auftretendem Spinnmilbenbefall sollte rasch mit Nützlingen behandelt werden. | © Andermatt Biogarten AG

Vorbeugende Massnahmen und biologische Behandlung bei Spinnmilben

Um Spinnmilben zu vermeiden, ist es wichtig, die Pflanzen bedarfsgerecht zu pflegen und eine unausgewogene, stark stickstoffbetonte Düngung zu vermeiden, da zu weiches, stark wachsendes Gewebe häufiger von Schädlingen befallen wird.

Die Luftfeuchtigkeit wenn möglich hochhalten, auch im Winter. Zimmer‑ und Kübelpflanzen nicht zu trocken halten, staubige Blätter regelmässig reinigen oder abduschen.

Dazu bei den Pflanzen regelmässig die Blattunterseiten kontrollieren, damit erste Spinnmilben‑Nester früh entdeckt und behandelt werden können. Bei vergangenem Befall präventiv Amblyseius californicus einsetzen.

Stark befallene Blätter entfernen oder die Pflanze vorsichtig abduschen, besonders die Blattunterseiten. | © Andermatt Biogarten AG

Behandlungs-Checkliste „Was tun bei Spinnmilben an Zimmerpflanzen oder im Aussenbereich?“

  • Befallene Pflanzen, falls im Topf, von anderen Pflanzen trennen.
  • Stark befallene Blätter entfernen oder die Pflanze vorsichtig abduschen, besonders die Blattunterseiten.
  • Bei starkem Befall: mit biologischem Pflanzenschutzmittel behandeln (Natural oder Zimmerpflanzen-Spray (nur drinnen)).
  • Nützlings-Kombo (Phytoseiulus Raubmilben und Amblyseius californicus) einsetzen, sobald der Spritzbelag trocken ist oder nach der Wartefrist, Luftfeuchtigkeit mit Besprühen durch Wasser hochhalten.
Der Befall von Spinnmilben erkennt man eher am Schaden, da die Schädlinge selber winzig klein sind und nur aufmerksamen Beobachtern auffallen. | © Andermatt Biogarten AG

Erkennungsmerkmale von Spinnmilben

  • Erwachsene Spinnmilben sind sehr klein, mit blossem Auge meist nur als winzige Pünktchen sichtbar.
  • Die kugeligen Eier werden bevorzugt an der Blattunterseite abgelegt (mit Handlupe erkennbar). 
  • Wie bei allen Spinnentieren besitzen die erwachsenen Tiere acht Beine; die frisch geschlüpften Larven tragen zunächst sechs Beine (mit Handlupe erkennbar).

Lebensweise und Zyklus von Spinnmilben

Die Tiere legen ihre Eier an der Blattunterseite ab; aus diesen schlüpfen Larven, die sich über zwei Nymphenstadien (Protonymphe, Deutonymphe) zu erwachsenen Milben entwickeln.

Unter günstigen Bedingungen (warm, trocken) werden zahlreiche Generationen pro Jahr gebildet, teilweise mit bis zu 20 Generationen jährlich, je nach Klima und Kultur. Besonders rasch vermehren sie sich in trockener, warmer Umgebung und an gestressten Pflanzen.

Die Schäden entstehen dadurch, dass die Milben mit ihren Mundwerkzeugen einzelne Zellen anstechen und aussaugen; bei starkem Befall wird die Photosyntheseleistung der Blätter deutlich reduziert. Die Pflanze kann sogar absterben.

Viele Spinnmilbenarten überwintern draussen als Weibchen in geschützten Verstecken an Pflanzen oder in der Umgebung und besiedeln im Frühjahr erneut junge Blätter, drinnen sind sie auch im Winter aktiv.

Spinnmilbeneier sind sehr klein und fast durchscheinend und praktisch nur mit der Lupe erkennbar. | © Andermatt Biogarten AG

Produkte gegen Spinnmilben

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Produktbild zu «Phytoseiulus-Raubmilben»

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Produktbild zu «Anwendungshilfe Nützlinge» | © Andermatt Biogarten AG

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