Seit dem 1. Januar 2023 gibt es Neuerungen in der Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV), die speziell für Privatpersonen von Bedeutung sind, und deren Auswirkungen im 2025 spürbar wurden. Diese Änderungen bringen strengere Anforderungen mit sich, die darauf abzielen, die Sicherheit und Gesundheit in unseren Gärten zu erhöhen.
Ziel ist es, die Risiken bei der privaten Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren und somit eine nachhaltigere Gartenpflege zu fördern. Was bedeutet das konkret für Sie und Ihre Pflanzen? Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die wichtigsten Änderungen werfen und herausfinden, wie Sie weiterhin erfolgreich und umweltbewusst gärtnern können.
Bei Andermatt Biogarten sind nur vier Mittel betroffen. Wir dürfen seit Oktober 2025 folgende Pflanzenschutzmittel nicht mehr an Privatkund:innen verkaufen:
NeemAzal T/S (fällt weg)
Einsatzbereich |
Alternativprodukt |
| Gegen Blattläuse | Marienkäfer(larven) und Natural |
| Weisse Fliegen | Natural oder InsectEx |
| Spinnmilben | Phytoseiulus und Natural |
| Schmier- und Schildläuse | Rapisal / Rapisal AF oder Zimmerpflanzenspray (im Innenbereich) |
| Thrips | Amblyseius-Raubmilben |
| Kirschenfliegen | Rebell® amarillo |
| Zikaden, Minierfliegen | Gelbfallen |
Fenicur (fällt weg)
Einsatzbereich |
Alternativprodukt |
| Gegen Mehltau und Rost | Vorbeugend RosaSan und RosaForte |
Airone Garten (fällt weg)
Einsatzbereich |
Alternativprodukt |
| Allgemein gegen schwer behandelbare Pilzkrankheiten | Vorbeugend Pflanzenstärkung mit Schachtelhalm |
| Falscher Mehltau und die Sclerotinia-Fäule | Vorbeugend Amylo-X |
| Gegen die Echten Mehltaupilze |
Vorbeugend RosaSan und RosaForte oder MycoStop Spray |
| Obstbaum-Pilzkrankheiten wie Schorf, Schrotschuss und Monilia | Vorbeugend Kalisan und MycoSan-S |
| Graufäule | Vorbeugend Amylo-X |
Beaupro (fällt weg)
Einsatzbereich |
Alternativprodukt |
| Gegen Maikäferlarven | Melonem |
Eine ausführliche Erläuterung zu den richtigen Produkten für jede Kultur finden Sie in unserem Pflegeplan.
Der Biogarten-Kompass
Biologisches Gärtnern beginnt nicht bei der Bekämpfung, sondern schon viel früher. Die Bekämpfung stellt erst den letzten Schritt dar, nachdem alle vorherigen bereits umgesetzt wurden. Doch wo starten? Dazu orientiert man sich am besten am Biogarten-Kompass:
Als Basis und Anfang steht das Ökosystem – eine Bestandesaufnahme und vorgängige Analyse sind das A und O. Was bestimmt den eigenen Standort (Temperatur, Sonne, Regen), den Boden (Struktur, Organismen, Durchlüftung, Nährstoffe, Speicherfähigkeit, pH-Wert), wie steht es um Versiegelung/Verdichtung, welche Pflanzen und Tiere sind schon da. Wo kann man ansetzen, was kann noch verbessert werden?
Es gilt sich bereits vor dem Pflanzen einige Gedanken zu machen, damit die Pflanze ihr eigenes Selbstschutz-Potenzial voll ausschöpfen kann. Bepflanze ich einen fixen Standort, bestimmt er zu einem hohen Grad die Pflanzenwahl; eine Pflanze, die Vollsonne braucht, wird im Schatten nicht stark werden.
Umgekehrt gilt auch: Setze ich auf eine ganz bestimmte Pflanze, bestimmt diese den Standort. Sind diese Kriterien geklärt, macht man sich an die Bodenvorbereitung und Bodenverbesserung, beachtet korrekte Pflanzabstände und kümmert sich um optimale Bewässerung und Düngung.
Bei der Prävention geht es darum, Schädlinge und Krankheiten möglichst zu verhindern. Dies gelingt über mehrere Wege. Eine gut gepflegte Pflanze bleibt länger gesund. Dazu gehört nicht nur die Basispflege wie Wasser und Dünger, sondern auch Pflanzenstärkung. Sie hilft, die Zellwände zu stärken und die gegebenen Nährstoffe und Feuchtigkeit besser aufnehmen zu können. Mischkulturen und Fruchtfolge verschaffen der Pflanze das ideale Umfeld. Ein korrekter Schnitt und Auslichten helfen der Pflanze, gut abtrocknen zu können, und lassen Pilzen weniger Chancen.
Schutznetze und Barrieren schützen zudem bereits, bevor das Problem gross wird, und verhindern zum Beispiel eine Eiablage auf der Pflanze. Das Fördern von Biodiversität und Nützlingen im gesamten Garten hält den Schädlingsdruck klein, und zwar von Anfang an. Um zu wissen, um welchen Schädling es sich handelt, und gezielt vorgehen zu können, kommen Pheromonfallen zum Einsatz. Lockt die Falle nur eine Art von Schädling an, ist der Fall klar. Werden mehrere angelockt, kann nun mithilfe von Schädlingsportraits auf unserer Webseite oder unserer Beratung der genaue Schädling bestimmt werden.
Wenn sich Nützlinge nicht oder nicht schnell genug etablieren können, können diese gekauft und gezielt ausgebracht werden. Am besten ist der Effekt, wenn der Befall noch klein ist. Man kann sie auch präventiv bereits einsetzen. Gewisse Schädlingspopulationen können zudem durch Fallen massiv verringert werden.
Gibt es diese Möglichkeit nicht, setzt man zusätzlich auf das manuelle Absammeln der Schädlinge oder das Entfernen befallener Pflanzenteile bei Krankheiten. Dies verringert nicht nur die Populationsgrösse jetzt, sondern verhindert auch die weitere Fortpflanzung und die Entstehung weiterer Generationen bzw. die weitere Ausbreitung der Krankheit.
Sind alle bisherigen Schritte ohne massgeblichen Erfolg geblieben oder nicht möglich, kann man biologische Pflanzenschutzmittel zur Hilfe nehmen. Sie wirken naturnah, sehr gezielt und sind schonend für Nützlinge. Dies ist von immenser Wichtigkeit, sodass nicht alle aufbauenden Schritte, die dieser Massnahme vorangegangen sind und die Basis bilden, zerstört werden.
Anhand unseres Biogarten-Kompasses können Sie ihre Pflanzen gesund, effektiv und biologisch Pflegen.