Aktualisiert am 07.10.2026
Bodenschädlinge können im Garten erheblichen Schaden anrichten, indem sie Wurzeln fressen und das Wachstum der Pflanzen stören. Statt zu chemischen Insektiziden zu greifen, gibt es eine natürliche und wirksame Methode, um diese Plagegeister zu bekämpfen, nämlich Nematoden.
Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind natürliche Parasiten vieler schädlicher Insektenlarven und können gezielt zur Schädlingskontrolle eingesetzt werden. Mit dem richtigen Wissen sind sie ein hocheffizientes, umweltfreundliches Mittel, auf das naturnahe Gärtner:innen gerne zurückgreifen.
Und sie sind erst noch einfach in der Anwendung, gewusst wie! Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, worauf es ankommt, damit die Nematoden ihre volle Wirkung entfalten.
Das bietet diese Anleitung über Nematoden-Ausbringung
Die Fadenwürmer, die bei Mensch und Tier zu Darmerkrankungen führen, wie beispielsweise Spulwürmer (Ascaridida), sind nur entfernt mit den insektenpathogenen Nematoden verwandt und werden selbstverständlich nicht als Nützlinge eingesetzt. Nematoden, die als Krankheitserreger für Menschen gelten, können keine Insekten befallen. Umgekehrt können Nematoden, die sich auf Insekten als Wirte spezialisiert haben, Menschen nicht befallen.
Die von uns angebotenen Nematoden sind für Menschen, Haustiere und Pflanzen unbedenklich. Sie befallen Insektenlarven im Boden und werden jeweils gezielt gegen bestimmte Schädlinge eingesetzt. Das macht sie zu einer sicheren Wahl für den Garten und alle, die sich darin aufhalten.
Diese Schädlinge sind im Garten häufig anzutreffen und lassen sich mit Nematoden bekämpfen.
Bei der Bestimmung der Larven, Engerlinge & Co. helfen unsere Fachleute gerne weiter, am besten mit einem scharfen Foto des Schädlings.
Auf unseren Beratungsseiten sind einige Schädlinge in einem Portrait beschrieben, zum Beispiel der Entwicklungszyklus des Dickmaulrüsslers. Dort steht auch, wann die Larven und wann die Käfer am besten bekämpft werden.
| Schädling | Schadbild | Ort | Produkt | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Dickmaulrüssler, Käfer | Oberirdisch Runder Blattfrass an den Blatträndern |
Am liebsten an grossblättrigen Pflanzen mit festeren Blättern, im Boden und in Töpfen | ColeoStop | Fangbrettchen in Pflanzennähe auslegen. |
| Dickmaulrüssler, Larven | Unterirdisch Wurzelfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze |
Im Boden und in Töpfen | Meginem Pro Meginem Cold |
Vorsicht bei der Überwinterung gefährdeter Topfpflanzen. Unbedingt eine «Herbstbehandlung» machen. |
| Trauermücken, Larven | Unterirdisch Wurzelfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze |
Zimmerpflanzen, Setzlinge | Traunem | Gelbfallen für die erwachsenen Trauermücken aufstellen. |
| Gartenlaub-, Mai- und Japankäfer, Engerlinge | Unterirdisch Wurzelfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze Oberirdisch Kahlfrass von Sträuchern und Bäumen oder Blüten-, Früchte- und Blattfrass an diversen Kulturen (Japankäfer) |
Hauptsächlich in Rasen und Wiesen, seltener in Töpfen. Maikäfer auch in Obstanlagen | Galanem (Gartenlaub- und Japankäfer) Melonem (Maikäfer) |
Duftstoff-Falle Phyllotrap zur Flugüberwachung verwenden. |
| Werren | Unterirdisch Wurzelfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze, Erdgänge |
Im Boden | Carponem | Kahle Stellen im Rasen, oft kreisrund. |
| Erdraupen | Unterirdisch Wurzel- und Knollenfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze Oberirdisch Blattfrass |
Im Boden und in Töpfen | Carponem | Die Raupen rollen sich bei Berührung spiralförmig zusammen. |
| Erd- und Wiesenschnaken, Larven | Unterirdisch Wurzelfrass, Kümmern und Absterben der Pflanze Oberirdisch Blattfrass |
Im Boden und in Töpfen | Carponem | Die erwachsenen Tiere stechen nicht und gelten nicht als Schädlinge. |
| Kartoffelkäfer | Oberirdisch Loch- und Randfrass bis zum Kahlfrass der Blätter |
Kartoffeln, Larven am Laub, Puppen und junge Käfer im Boden | Carponem gegen Kartoffelkäfer | Gegen Larven mit dem Spritzgerät auf das Laub ausbringen, gegen Puppen und junge Käfer mit der Giesskanne auf den Boden. |
| Apfelwickler, Larven | Oberirdisch Wurmstichige Äpfel und Birnen, die Larven überwintern in Rindenritzen |
Stamm und dicke Äste von Obstbäumen | Madonem | Im Herbst auf Stamm und Äste sprühen und diese feucht halten. |
Zwei Dinge bestimmen den richtigen Zeitpunkt, die Bodentemperatur und das Entwicklungsstadium des Schädlings.
Nematoden leben in einer Symbiose mit Bakterien. Sie dringen in die Larven der Schädlinge ein und geben dort die Bakterien ab. Diese zersetzen die Larve von innen, und die Nematoden ernähren sich davon. Da auch die Bakterien eine bestimmte Wärme brauchen, benötigen die meisten Nematoden eine Bodentemperatur ab 12 °C. Traunem wirkt bereits ab 10 °C, das kälteverträgliche Meginem Cold sogar ab 8 °C. Es eignet sich speziell für die Dickmaulrüsslerbekämpfung im zeitigen Frühjahr und im späten Herbst. Melonem braucht ab 14 °C.
Das Entwicklungsstadium der Schädlinge bestimmt, wie anfällig sie für die Nematoden sind. Daher ist der richtige Zeitpunkt entscheidend für den Erfolg. Bei Schädlingen mit mehrjährigen Entwicklungszyklen wie dem Maikäfer kann es sinnvoll sein, die Nematoden mehrere Jahre in Folge anzuwenden.
Bitte beachten Sie, dass aus diesen Gründen nicht alle Nematoden ganzjährig verfüg- und anwendbar sind.
| Schädling | Produkt | Zeitpunkt | Temperatur |
|---|---|---|---|
| Dickmaulrüssler, Larven | Meginem Pro | Frühling und Herbst | Boden im Frühling ab 12 °C, im Herbst ab 14 °C |
| Dickmaulrüssler, Larven bei kühlem Boden | Meginem Cold | zeitiges Frühjahr und später Herbst | Boden 8 bis 12 °C |
| Dickmaulrüssler, Käfer | ColeoStop | Mai bis Ende August | 12 bis 30 °C |
| Trauermücken, Larven | Traunem | bei starkem Befall, drinnen und draussen | Boden ab 10 °C |
| Gartenlaubkäfer, Engerlinge | Galanem | Juli bis September | Boden ab 12 °C |
| Japankäfer, Engerlinge | Galanem | Ende August bis Anfang Oktober in den Japankäferzonen | Boden ab 12 °C |
| Maikäfer, Engerlinge | Melonem | Mitte August bis September, zudem im April und Mai, wenn im Vorjahr Maikäfer geflogen sind | Boden ab 14 °C |
| Werren | Carponem | Freiland Ende April bis Mai, Gewächshaus März bis Mai | Boden ab 12 °C |
| Erdraupen | Carponem | Ende April bis September | Boden im Frühling ab 12 °C, im Herbst ab 14 °C |
| Erd- und Wiesenschnaken, Larven | Carponem | Mitte September bis Anfang Oktober | Boden ab 14 °C |
| Kartoffelkäfer | Carponem gegen Kartoffelkäfer | Mai und Juni gegen die Larven, Juni und Juli gegen Puppen und junge Käfer | siehe Produktangaben |
| Apfelwickler, Larven | Madonem | Herbst | Luft ab 8 °C, bis 12 Stunden nach der Behandlung |
Massgebend sind die Angaben beim jeweiligen Produkt. Mehr über die Nützlinge selbst steht im Nützlingsportrait Nematoden.
Nematoden können sich ohne ausreichende Feuchtigkeit nicht fortbewegen. Damit sie den Schädling finden, befallen und sich vermehren können, brauchen sie einen feuchten Boden. Trockenen Boden deshalb vor dem Ausbringen gut wässern. Da Nematoden zudem empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung reagieren, am besten abends oder bei bedecktem Himmel ausbringen.
Die Nematoden werden in Wasser angesetzt und mit der Giesskanne ausgebracht. Die Brühe dabei je nach Produkt immer wieder umrühren oder schwenken, damit sich die Nematoden nicht absetzen. Bei Meginem und Traunem muss die Brühe innerhalb von zwei Stunden ausgebracht sein. Madonem wird auf Stamm und dicke Äste gesprüht.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Video im Nützlingsportrait Nematoden.
Nach dem Ausbringen der Nematoden ist es wichtig, dass der Boden feucht bleibt. Regnet es nicht, den Boden je nach Produkt 7 bis 14 Tage lang durch Bewässern feucht halten. Bei Madonem die behandelten Stämme und Äste feucht halten.
Haben die Pflanzen durch die Bodenschädlinge einiges an Wurzelmasse verloren, müssen sie diese wieder nachbilden. Dabei helfen die folgenden Punkte.
Ein naturnaher Garten bietet Raum für Nützlinge, welche die erwachsenen Bodenschädlinge über der Erde auf dem Speiseplan haben.
Verstecke helfen räuberischen Käfern. Einige Laufkäfer fressen auch Engerlinge und Puppen, wie zum Beispiel der Goldgruben-Laufkäfer. Auch für Vögel sind einige Engerlinge ein gefundenes Fressen.
Beim Einsatz unserer spezifischen Nematoden bleibt das ökologische Gleichgewicht erhalten. So wird die natürliche Kraft der Nematoden zum Partner für einen gesunden, nachhaltigen Garten.
Zu jeder Familie gehören auch schwarze Schafe. So gibt es auch bei den Fadenwürmern Arten, die pflanzenschädlich sind. Pflanzenpathogene Nematoden-Arten werden von uns nicht als Nützlinge eingesetzt, sie wären auch nicht wirksam gegen Schädlinge. Diese Nematoden-Arten wandern statt in Schädlingslarven in Pflanzen ein und saugen deren Zellen aus. Erkennbar ist ein Befall an verdickten Wurzeln oder an nass wirkenden Flecken an den Blättern, die durch die Blattadern begrenzt werden.
So gerne einige Nematoden-Arten in der Schädlingsbekämpfung als Nützlinge gesehen sind, so ungern sind die pflanzenschädigenden gesehen. Zugelassene Mittel zur Bekämpfung gibt es keine. Als Massnahme hilft es, ein Jahr lang auf eine Gründüngung zu setzen, wechselnde Pflanzen auf einer Fläche anzubauen oder die Pflanzen zu stärken und für einen gesunden Boden zu sorgen. Ist der Boden im Gleichgewicht, besitzt er genügend Bakterien und Pilze, die ihrerseits gegen die schädlichen Fadenwürmer vorgehen. Befallene Pflanzen sollten möglichst schnell im Hausmüll (nicht im Kompost) entsorgt werden.
Die Pflanzung von «Feindpflanzen» wie Tagetes, aber auch Ringelblume oder Senf eignet sich für ein aktives Vorgehen gegen schädliche Nematoden. Sie verströmen einen lockenden Duftstoff, können die Nematoden aber abtöten, sobald diese in die Wurzeln eingedrungen sind. Das gelingt den Pflanzen, indem sie die chemische Zusammensetzung im Pflanzengewebe ändern. Die Bekämpfung beschränkt sich auf Nematoden, die beispielsweise in die Tagetes eindringen möchten. Wird die Pflanze nicht als Wirt genutzt, schädigt sie die Nematoden auch nicht.
Ein Schaden an Nützlings-Nematoden ist deshalb nicht zu erwarten, da diese die Pflanzen nicht als Wirte nutzen. Ein Einsatz von Nützlings-Nematoden ist daher auch in der Nähe von Tagetes kein Problem.
Die dritte und grösste Nematoden-Gruppe neben den insektenpathogenen und den pflanzenpathogenen Nematoden sind die saprophytischen Nematoden. Sie leben von totem organischem Material und sind im Garten gern gesehen. Kompost oder Rindenhumus bieten ihnen beste Bedingungen. Sie bauen energiereiche Stoffe ab und wandeln diese in anorganische Stoffe um. Diese sind so anderen Lebewesen zugänglich, was zu einem reichen Bodenleben führt.
Auch die saprophytischen Nematoden sind harmlos für Mensch und Tier und im Garten sehr erwünscht.
Unsere Nematoden zeichnen sich durch einen spezifischen Speiseplan aus, was bedeutet, dass verschiedene Arten von Nematoden gezielt gegen bestimmte Schädlinge eingesetzt werden.
Daher bieten wir eine Reihe verschiedener Produkte an, die jeweils auf die Bekämpfung spezifischer Bodenschädlinge abgestimmt sind. Dies ermöglicht eine effiziente und zielgerichtete Schädlingsbekämpfung auf natürlichem Weg.