Ruderfusskrebse (Copepoden)

Tigermücken biologisch bekämpfen

Im Kampf gegen die lästige Tigermücke kommen die wirksamsten Helfer oft aus unerwarteter Ecke: winzige, unscheinbare Krebstiere, die im Wasser auf die Jagd gehen.

Einheimische Ruderfusskrebse wie Megacyclops viridis machen aus Regentonnen, Kübeln und Zisternen echte „Gefahrenzonen“ für Mückenlarven – lange bevor die ersten Stechmücken im Garten unterwegs sind.

Wie man diesen natürlichen Räuber einsetzt und von einer stillen, hocheffizienten Form der biologischen Mückenbekämpfung profitiert, zeigen wir hier.

Makroaufnahme eines einheimischen Ruderfusskrebses mit gut sichtbaren Antennen, Beinen und dem charakteristischen roten Punktauge – dem biologischen Gegenspieler von Tigermücken-Larven. | © Andermatt Biogarten AG
Die CopEx-Ruderfusskrebse werden lebend im Wasserbeutel geliefert und sind gut sichtbar, bevor sie in die Wasseransammlung ausgebracht werden. | © Andermatt Biogarten AG

Fun Fact: Der Namensbestandteil „-cyclops“ erinnert nicht von ungefährt an die einäugigen Riesen aus der griechischen Mythologie; auch diese Ruderfusskrebse besitzen ein einzelnes, mittig sitzendes Auge.

Was sind Ruderfusskrebse?

Ruderfusskrebse (Copepoden) sind winzige, nur wenige Millimeter grosse Krebstiere. Sie leben als Teil der natürlichen Wasserfauna in eher kleinen, stehenden oder langsam fliessenden Gewässern. Vorkommen können sie von Pfützen und Gräben über Regentonnen bis zu Wasserbecken.

Die meisten Arten ernähren sich von Algen, Einzellern und anderen Kleinstlebewesen, grössere cyclopoide Arten wie Megacyclops viridis fressen zusätzlich kleine Wirbellose und erbeuten auch gezielt junge Mückenlarven. 

Einheimische Ruderfusskrebse wie Megacyclops viridis halten sich vor allem dort auf, wo sich am Gewässerboden organisches Material und Kleinstlebewesen sammeln, bewegen sich ruckartig durch das Wasser und reagieren auf Bewegungsreize ihrer Beute.

Bei guter Nahrungsgrundlage bauen sie stabile Populationen auf, vermehren sich und tragen so langanhaltend zur natürlichen Regulation verschiedener Mückenarten bei, insbesondere der frühen Larvenstadien in künstlichen Wasserbehältern.

Sie sind somit ideal für den Einsatz in der biologischen Kontrolle der Asiatischen Tigermücke und der Japanischen Buschmücke. Sie eignen sich optimal für den präventiven Einsatz, da sie über alternative Nahrungsquellen verfügen.

Ruderfusskrebse als Nützlinge gegen invasive Mücken

Untersuchungen zeigen, dass cyclopoide Ruderfusskrebse besonders effiziente Räuber von Mückenlarven in kleinen Wasseransammlungen und künstlichen Behältern sind.

Sie werden in verschiedenen Ländern gezielt zur biologischen Kontrolle behälterbrütender Stechmücken eingesetzt und haben sich dort als sehr wirkungsvolle Nützlinge bewährt. 

CopEx bietet die erste Methode in der Schweiz, mit Nützlingen gegen invasive Stechmücken vorzugehen.

Besonders relevant ist ihr Einsatz gegen invasive, behälterbrütende Stechmücken wie: 

Studien zeigen, dass Megacyclops viridis:

  • Sehr hohe Frassraten gegenüber frühen Larvenstadien der Asiatischen Tigermücke erreicht (unter Laborbedingungen bis über 90% Reduktion der Larven, im Semi-Feld bis über 60%)
  • Besonders effizient die Larven der invasiven Aedes-Arten frisst, da diese kleiner sind als viele einheimische Mücken und sich in ähnlichen Wassertiefen aufhalten wie die Ruderfusskrebse

[Pauly, I., Jakoby, O. & Becker, N. (2022), Russell, M. C. (2023)]

Damit ergibt sich eine einfache Arbeitsteilung: Kleine Wasserstellen wie Untersetzer oder Giesskannen leert man konsequent aus.

Und dort, wo das Wasser dauerhaft bleiben muss, in der Regentonne, im Wasserfass, in der Zisterne oder im Schlammsammler, übernehmen die Ruderfusskrebse (zusammen mit Mollex).

Die Larven behälterbrütender Stechmücken wie der Asiatischen Tigermücke atmen an der Wasseroberfläche – genau hier setzen Ruderfusskrebse als natürliche Fressfeinde an. | © Andermatt Biogarten AG Grössere, dauerhaft bestehende Wasseransammlungen wie dieses Auffangbecken eignen sich ideal für den Einsatz von Ruderfusskrebsen gegen Mückenlarven. | © Andermatt Biogarten AG
Regentonnen, die nicht vollständig geleert werden, bieten Ruderfusskrebsen einen dauerhaften Lebensraum für eine langanhaltende biologische Mückenbekämpfung. | © Andermatt Biogarten AG

Vorteile der Ruderfusskrebs-Nützlingen in CopEx

  1. Einheimische Nützlinge: Megacyclops viridis kommen natürlicherweise in der Schweiz vor und sind kein Fremdkörper in unseren lokalen Ökosystemen.
  2. Hohe Wirksamkeit: Besonders effektiv gegen junge Larven der Asiatischen Tigermücke und Japanischen Buschmücke, mit Teilwirkung gegen einheimische Mückenarten.
  3. Langzeitwirkung: Aufbau einer stabilen Population in dauerhaft wasserführenden Behältern – die Ruderfusskrebse fressen laufend nachschlüpfende Larven und meistens reichen dann 2 Behandlungen pro Saison aus. Wasser zum Giessen kann weiterhin normal entnommen werden.
  4. Vorbeugende Anwendung: Einsatz bereits möglich bevor Mückenlarven auftreten, um eine Etablierung invasiver Arten im eigenen Garten zu verhindern.
  5. Kombinierbarkeit: In Kombination mit Mollex TigermückenStopp werden alle Larvenstadien erfasst – junge Stadien durch CopEx, ältere Larven durch Mollex. 

Wichtig ist, dass diese Wasseransammlungen nicht regelmässig vollständig geleert werden – nur so kann sich die Ruderfusskrebs-Population halten und ihre Wirkung über längere Zeit entfalten.

Anwendung von CopEx – Schritt für Schritt

Lieferung und Lagerung

  • CopEx nach Erhalt möglichst rasch ausbringen.
  • Kurzfristige Lagerung im Kühlschrank 5–8 °C möglich (2–3 Tage). Etwa 1 Stunde vor der Anwendung aus dem Kühlschrank nehmen. 

Ausbringen in Wasserbehälter

  • Inhalt des Beutels direkt in die vorgesehene Wasseransammlung giessen.
  • Ein Beutel behandelt bis zu 200 Liter Wasser und sollte vollständig verwendet werden.
  • Bei mehreren kleineren Wasserstellen: Inhalt zunächst in einen Messbecher geben und dann verteilen (minimale Teilmenge 50 ml für ca. 40 Liter Wasser); Flüssigkeit beim Verteilen regelmässig umrühren.

Zeitpunkt und Häufigkeit der Anwendung

  • Anwendung ab Juni, wenn mit Mückenaktivität zu rechnen ist.
  • In der Regel reichen zwei bis drei Anwendungen pro Saison, sofern die Wasserbehälter nicht vollständig geleert werden. 

Nachsorge und Kontrolle

  • Wasserbehälter möglichst nicht komplett leeren, damit sich die Ruderfusskrebse dauerhaft halten können; nach vollständigem Wasserwechsel erneut CopEx einsetzen.
  • Weitere Brutstätten im Garten konsequent kontrollieren: Kleine Wasseransammlungen entfernen oder regelmässig ausleeren.
  • Idealerweise kombiniert mit Mollex TigermückenStopp anwenden, um ältere Larvenstadien mit abzudecken. 

Wichtige Hinweise (Sicherheit & Ökologie)

  • CopEx nur in geeignete stehende Wasseransammlungen einbringen.
  • Nicht in Fliessgewässer oder natürliche Gewässer (Teiche, Bäche, Seen) anwenden.
  • CopEx ist nützlingsschonend und für den Aussenbereich konzipiert – ideal für biologische Kontrolle im Garten.
Ein an die Dachrinne angeschlossenes Regenfass sammelt kontinuierlich Wasser – ein typischer Einsatzort für CopEx-Ruderfusskrebse. | © Andermatt Biogarten AG

Fazit: Tigermücken bekämpfen

Das Wichtigste in Kürze

Die Tigermücke braucht keine grossen Tümpel, ihr genügt ein Topfuntersetzer, eine vergessene Giesskanne, eine verstopfte Dachrinne.

Wer diese Kleinstgewässer im Griff hat, unterbricht die Vermehrung genau dort, wo sie stattfindet. In der Praxis läuft das auf drei Handgriffe hinaus: 

  1. Ausleeren, was sich ausleeren lässt. Untersetzer, Giesskannen, Eimer, Spielzeug – einmal pro Woche reicht, denn so lange dauert es etwa von der Eiablage bis zur fertigen Mücke.
  2. Besetzen, was bleiben muss. In Regentonne, Wasserfass oder Zisterne übernehmen die Ruderfusskrebse aus CopEx. Sie bleiben im Wasser und fressen laufend die nachschlüpfenden Larven.
  3. Ergänzen, wo nötig. Mollex TigermückenStopp deckt die älteren Larvenstadien ab, die für die Krebschen bereits zu gross sind, oder werden dort eingesetzt, wo eine durchgehende Wasserführung nicht sichergestellt werden kann.

Verdächtige Mücken melden. Über muecken-schweiz.ch läuft das nationale Überwachungsprogramm – jede bestätigte Meldung hilft mit, die Ausbreitung nachzuvollziehen und einzudämmen.

Produkte gegen Tigermücken im Hausgarten

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Produktbild zu «CopEx – Nützlinge gegen Tigermücken»

CopEx – Nützlinge gegen Tigermücken

Einheimische Nützlinge gegen Larven von Tigermücke und Buschmücke in Regentonnen und Miniteichen – vorbeugend, biologisch und lange wirksam.
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Häufig gestellte Fragen zur Tigermückenbekämpfung und Nützlingen